1943 Himmler - Wesen und Werden
Gedrucktes Heft (35 beschriebenen Seiten) mit der redigierten Fassung von Himmlers Rede auf der Tagung für Befehlshaber der Kriegsmarine in Weimar, 16-12-1943 [Bundesarchiv NS 19/4011 S.489-525].
Dieser Text ist deshalb relevant für die OL-Studie, weil er explizit auf Wralda („Waralda, das oder der Uralte”) Bezug nimmt und sich andere Themen aus Oera Linda in Himmlers Denkweise wiedererkennen lassen.[1]
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Vom Wesen und Werden der ⚡︎⚡︎
Rede des Reichsführer-⚡︎⚡︎ Heinrich Himmler, gehalten auf der Tagung der Befehlshaber der Kriegsmarine in Weimar am 16.12.1943
Wortlaut der Rede des Reichsführer-⚡︎⚡︎ Heinrich Himmler auf der Tagung der Befehlshaber der Kriegsmarine in Weimar am 16.12.1943
Herr Großadmiral! Meine Herren!
[3] Ich beabsichtige nicht, in meinem heutigen Vortrage über Tagesfragen zu sprechen. Ich möchte weniger Einzeldinge in den Vordergrund stellen, als vielmehr vor diesem auserlesenen Führungskreis der deutschen Kriegsmarine Auskunft über folgende Fragen geben:
Wie ist die ⚡︎⚡︎ entstanden? Wie ist ihre Organisation und die der Polizei aufgebaut? Welche Gedanken und Beweggründe haben mich geleitet, als ich bestimmte Grundsätze aufstellte und nach ihnen den Aufbau durchführte?
Als der Führer im Jahre 1925 den Befehl gab, die ⚡︎⚡︎ aufzubauen und zu organisieren, und als ich im Jahre 1929 den Auftrag erhielt, die ⚡︎⚡︎ zu übernehmen, war die Situation, wie Ihnen bekannt ist, schwierig: Deutschland im größten Verfall, die Partei in ihren allerkleinsten, neuen Anfängen. Als ich die Führung von diesen 290 ⚡︎⚡︎-Männern übernahm, überlegte ich mir: Wie kann ich die vom Führer gestellte Aufgabe, eine Organisation aufzubauen, die eine Minderheit ist und als Minderheit das Beste leisten soll, meistern? Und wie kann ich den Forderungen gerecht werden? Ich bin als Nationalsozialist und als zutiefst überzeugter Anhänger unserer rassischen Weltanschauung an diese Frage herangegangen. Es leiteten mich folgende Erwägungen:
Der wertvollste Teil unseres Volkes und Europas ist nach unserer Ueberzeugung die tragende nordisch-fälisch-germanische [4] Rasse. Das ist das Blut, das im Kriege wie im Frieden tapfer und heldisch, schöpferisch, organisatorisch begabt und kulturell befähigt ist. Wir wissen, daß sich diese Rasse, wie alle Rassen in der Natur bei Pflanze, Tier und Mensch, in einem jahrhundertelangen, ich glaube, wir sagen besser, in einem über viele Jahrtausende sich erstreckenden Ausleseprozeß heraus: geschält hat. Ein Ausleseprozeß ist immer etwas Unbarmherziges, Nüchternes und Grausames, wenn Sie es von unserem zivilisatorischen Standpunkt aus betrachten. Er ist aber unbarmherzig richtig, logisch, wie die Natur es immer ist. Was übrig bleibt, ist das Starke — immer auf die Dauer von Jahrtausenden gesehen —, und was vergeht, ist das Schwache, das nicht wert war, weiterzuleben. Es war vor allem aber nicht wert, das Erbgut, das es in sich trug, fortzupflanzen.
Unsere Rasse entstand und härtete sich aus einem Fundament, das ohne Zweifel in früheren Zeiten vorhanden war, in Epochen größter Erdkatastrophen, in der Eiszeit, in denen die Lebensbedingungen für den Menschen auf ein Minimum herabgesunken waren und durch die nur der Harte, Ausdauernde, der körperlich und willensmäßig Starke sich, seine Sippe und seine Rasse behaupten konnte. Unbarmherzig hat die Natur in jeder Generation das, was krank und schwach war, was den Angriffen der wilden Tiere und den Unbilden der Witterung nicht standhielt, entfernt. Nur wertvollste Stämme haben sich fortpflanzen können. So ist der Vorgang in der Natur vor Millionen von Jahren gewesen, so ist er heute und so wird er auch in Zukunft sein.
Wer das erkannt hat, meine Herren, der ist im tiefsten Grunde gläubig. Er ist gläubig, weil er eine unendlich weise Hoheit über uns weiß. Die Germanen hatten einen sehr schönen Ausdruck dafür: Waralda, das oder der Uralte. Wir können uns darüber streiten, wie man es verehrt. Vor allem kommt es darauf an, daß wir wissen, diese unendlich weise Kampfauslese, dieses Optimumprinzip in der Welt ist vorhanden. So entstand der Rassekern unseres großen Volkes, so vollzog sich das Werden unseres Volkes.
Durch menschliche Unklugheit und durch eine unselige Geschichte in den vergangenen Jahrhunderten haben wir uns von den natürlichen Gesetzen immer weiter entfernt, haben das Gesetz der natürlichen Sauberkeit in der Einhaltung unseres Rassewertes außer acht gelassen, haben das Kampfprinzip, das Prinzip der härtesten Auslese im Lebenskampfe des Einzelnen und im Lebenskampf des Volkes immer mehr vergessen. In den Jahrhunderten nach dem mordenden Dreißigjährigen [5] Kriege, den in Deutschland bekanntlich nur 3½ bis 4 Millionen Menschen überlebten, spielten wir sehr oft Krieg. Wir spielten Krieg in unserer Bürgerlichkeit. Es waren keine wirklichen Kriege, in denen tatsächlich um das Schicksal des einzelnen Volksstammes gewürfelt worden wäre. Draußen schlug sich eine kleine Armee von Söldnern, und in den Hauptstädten der einzelnen Länder und Stämme wurden rauschende Feste gefeiert. In dieser Zeit der sogenannten Kabinettskriege haben wir uns manche militärische Terminologie angewöhnt, die wir mit herübernahmen in unsere heutige Zeit, in der der echte Kampf von Rasse gegen Rasse, der echte Kampf der Auslese: welches Volk und welches Blut behält die Oberhand und welches wird ausgerottet, ausgetragen wird.
Die Jahre 1920 bis 1933 brachten die Zeit des größten Verfalls. Und 1929 bin ich — wie ich es Ihnen schon sagte — als Nationalsozialist, als Bauer und als Landwirt, durch praktische Arbeit und durch akademisches Studium in diesen Fragen geschult, an die Aufgabe herangegangen, diese Gesetze auf eine Organisation zu übertragen. Ich habe mir die praktische Aufgabe gestellt, durch äußere Auslese nach dem Erscheinungsbild und durch eine dauernde Belastung, durch eine brutale, ohne menschliche Sentimentalität geführte Auswahl durch Ausmerzung des Schwachen und Untauglichen einen, wenn Sie so wollen, neuen germanischen Stamm herauszuziehen. Sie können sich vorstellen, daß ich damals im Jahre 1929 es nicht wagen durfte, derartige Gedanken auch nur laut zu denken. Denn damals schon habe ich von den wenigen Männern, die wir in die Partei und in eine ihrer Gliederungen, also in die ⚡︎⚡︎ aufnehmen konnten, immer wieder Ungeeignete herausgesetzt. Das bedeutete schon in den Augen aller Parteigenossen, vor allem aber in den Augen aller Außenstehenden geradezu einen Größenwahn, einen Uebermut, den man sich eigentlich kaum leisten konnte. Es war auch für unsere eigenen Männer, die eine kleine Staffel von zehn Mann führten, in den Anfängen bestimmt sehr schmerzlich, wenn dann einer aus München kam und sagte: von diesen zehn Männern gefallen mir diese und jene nicht. Die Folge davon war, daß sie dann nur noch fünf Mann hatten, obwohl sie so stolz gewesen waren, damals zehn Mann in ihrer Staffel zu zählen. Es wurde damals von mancher Stelle und in manchen Stellen anders vorgegangen. Ich sah mir die Männer an. Denn sie kamen damals aus den verschiedensten Motiven in eine solche Staffel, die im Straßenkampf gestanden hatte, die in einer Saalschlacht eingesetzt gewesen war. Da kamen Männer aus mannigfachsten Beweggründen: aus tapferen und edlen, aber auch aus unedlen Motiven. Es kam [6] selbstverständlich hier und dort auch das Element, das bei jedem Kampf beteiligt ist, mit diesem oder jenem Vorzeichen. Ich habe nun manche solcher Typen in den einzelnen Staffeln, die ich damals sehr viel besuchte, angetroffen, und ich habe dann zu dem Staffelführer gesagt: Gut, behalte den Mann zunächst einmal, Du wirst sehen: in einem Vierteljahr oder spätestens in einem halben Jahr hat der Mann sich als unanständig erwiesen; denn sieh ihn Dir an: ein Mann, der so und so aussieht, der dieses schlechte Gesicht hat, kann innerlich nichts taugen, Du wirst es ja erleben!
An der Hand von solchen Beispielen konnte in mühseligster Kleinarbeit allmählich der Begriff Rasse in die ⚡︎⚡︎ hereingebracht werden.
Schwierig war es ohne Zweifel, den einzelnen Führer, wenn er diese Frage erfaßt hatte, nun wiederum so zu erziehen, daß er diesen Begriff Rasse nicht in einer solchen Form in Worten und äußerlich zum Ausdruck brachte, daß er andere Menschen vor den Kopf stieß.
Ich war mir aber weiter darüber klar, daß die Auslese allein nach äußeren Gesichtspunkten, nach äußeren Kennzeichen noch niemals das Ergebnis bringen werde. Es war notwendig, so, wie die Natur es tut, hier nur immer durch Belastung, Härte und Erprobung die natürliche Auslese zu fördern, so, daß der eine Teil es aushielt und mit uns ging, und der andere Teil ganz von selber ausschied und müde am Wege liegen blieb.
Einen Gedanken möchte ich nur einmal erwähnen, den wir damals schon, im Jahre 1929 — ich war ein paar Jahre zuvor stellvertretender Reichsführer dieses kleinen Häufleins geworden — vertraten: den Reichsgedanken. Wir haben ihn vertreten im damaligen Oesterreich und haben ihn vertreten in Danzig. Die Standarten der ⚡︎⚡︎ waren durch Deutschland durchnumeriert. Im Jahre 1929 schon gab es in Wien die 11. Standarte der ⚡︎⚡︎, und sie hatte als Parademarsch den Marsch Fridericus Rex. Das war für die damalige Zeit ein kleines Stück vorausgenommen. Wir hatten damals schon etwas eingeführt, was heute kaum noch jemand weiß: wir trugen im ganzen Reich den Hoheitsadler an der Mütze. Wir hatten in allen Fragen der Weltanschauung, sei es in der Judenfrage, sei es in der Freimaurerfrage oder sei es in der Jesuitenfrage, den unnachsichtigsten und kompromißlosesten Standpunkt, den man einnehmen konnte. Allein hier ist dieser und jener schwach geworden und ausgeschieden, niemals zu unserem Schaden. Wir waren über manchen traurig, weil er uns enttauschte, aber es geschah zum Nutzen des Ganzen. Gleich nach der Machtübernahme hatte [7] ich eingeführt, daß ein ⚡︎⚡︎-Führer grundsätzlich nicht länger als zwei Jahre an irgend einem Platze blieb. Ein Prinzip, das Sie in der Marine vorbildlich schon die ganzen Jahre seit ihrem Bestehen angewendet hatten, das aber auf dem Lande nicht in diesem Maße heimisch war. Denn es blieb auf dem Lande doch sehr stark, wenn hier das Hunderttausendmannheer schon eine große Bresche geschlagen hatte, so blieb doch auch im allgemeinen der Württemberger in Württemberg und der Bayer in Bayern. In der Partei war es auf jeden Fall in vielen Punkten so. Jede Versetzung innerhalb der ⚡︎⚡︎ kaum telegrafisch und alle zwei Jahre wurde einer in eine andere Ecke hinausgeweht. Wir hatten diese Methode eingeführt auf der Basis einer nun gerade auch in der Verbotszeit des Jahres 1932 unter dem Druck der Illegalität wachsenden Organisation. Wir sind mit mehr Männern aus der Illegalität herausgekommen, als wir hineingegangen sind. Im Oktober, November, Dezember 1932, im Januar 1933, als in Deutschland viele daran zweifelten, daß die NSDAP in Deutschland jemals zur Macht kommen werde, und als durch einen natürlichen Prozeß mancher Treibsand, der im Sommer 1932, als der Erfolg winkte, in die Partei und ihre Gliederungen hereingeschwemmt worden war, wieder herausgespült wurde, auch in dieser Zeit ist die Organisation der ⚡︎⚡︎, die ja in ihrem Innern bereits gehärtet war, gewachsen.
Eine weitere Belastung bestand darin, daß wir grundsätzlich willens waren, mehr Dienst zu machen, als alle anderen, uns schwerere Plätze auszusuchen, als alle anderen und mehr zu opfern. Wir waren früh schon trotz der Erwerbslosigkeit mit allem Notwendigen eingekleidet. Der Erwerbslose trug Stiefel. Er mußte sie sich kaufen — für 40 Mark das Paar. Wenn er sagte: das kann Ich nicht, meine Frau erlaubt es nicht, dann haben wir ihm gesagt: Dann geh’ bitte zu Deiner Frau; Du brauchst nicht bei uns zu sein; Du kannst sofort wieder gehen, wir halten niemand. Wir haben damals niemand gehalten und wir halten heute niemand. In die ⚡︎⚡︎ einzutreten ist viel schwerer, als auszutreten, das wir immer leicht gemacht haben.
Damals kam dann auch, als eine geistige Probe, möchte ich sagen, als eine Erschwerung für den Einzelnen, im Dezember 1931 die Einführung der Heiratsgenehmigung. Der einzelne ⚡︎⚡︎-Mann, der also zu uns noch in gar keinem dienstlichen Verhältnis eines Angestellten oder hauptberuflichen Mannes stand, sondern der freiwillig dabei war, mußte, wenn er der ⚡︎⚡︎ weiter angehören wollte, der persönlichen Freiheit sich so weit begeben, daß er, wenn er heiraten wollte, beim Rasse- und Siedlungshauptamt, beim Reichsführer-⚡︎⚡︎ nachfragen mußte, ob er gerade diese Frau heiraten dürfe. Er mußte die Genehmigung [8] zur Heirat einholen. Das war damals ein sehr großes Wagnis. Es ging ein großer Sturm von links bis rechts durch die Presse. Auch das war wieder gut; auch das war wieder eine Probe: Halten sie draußen in der kleinen Staffel im Dorfe durch, wo sechs Mann zusammensitzen, oder springen sie ab? Springen sie ab — schade, es sind dann sechs Mann weniger. Aber gut, es waren sechs Schwache.
Nun kamen die Jahre 1933/34, in denen außerhalb des parteilichen Rahmens die ersten Organisationen neu aufgestellt werden mußten. Einmal die aus dem Sicherheitsdienst der ⚡︎⚡︎, den unser unvergeßlicher Heydrich in den Jahren 1931/32 aufzubauen begonnen hatte, hervorgegangene politische Polizei, die spätere Geheime Staatspolizei und dann die ersten Bataillone der Leibstandarte-⚡︎⚡︎ „Adolf Hitler”, die damalige Verfügungstruppe mit den Standarten „Deutschland” und „Germania” und schließlich die Verbände der Hundertschaften, der Totenkopfverbände, — alle drei im Rahmen dieses Ordens, geprägt von einzelnen Köpfen und Persönlichkeiten, die die ersten Lehrmeister, Gründer und Kommandeure dieser einzelnen Säulen waren: die Leibstandarte unter Sepp Dietrich. Der Lehrmeister der Verfügungstruppe war der Generalleutnant a.D. und damalige ⚡︎⚡︎-Brigadeführer, der heutige ⚡︎⚡︎-Obergruppenführer Hausser, und der Lehrmeister und Kommandeur der Totenkopfverbände war der leider gefallene ⚡︎⚡︎-Obergruppenführer Eicke. Alle sehr knorrige, manchmal recht unbequeme, aber herrliche Persönlichkeiten.
In der Truppe haben wir das Prinzip der Härte und der Auslese ebenfalls von vornherein verankert. Ich darf es heute ruhig aussprechen: bis zum Jahre 1936 nahmen wir in die Verfügungstruppe oder in die Leibstandarte keinen Mann auf, der auch nur einen plombierten Zahn hatte. Es war das Herrlichste an Mannestum, was wir in dieser ersten Waffen-⚡︎⚡︎ versammeln konnten. Ich habe dann diese Linie der Härte und der Auslese niemals verlassen und habe sie gerade auch in der Waffen-⚡︎⚡︎ fortgesetzt. Im Jahre 1938 bat ich den Führer um die Genehmigung, die mir dann auch erteilt wurde, unsere Uebungen auf den Truppenübungsplätzen und auf den Uebungsfeldern ohne Sicherungsbestimmungen durchzuführen. Jede Uebung konnte mit scharfem Schuß, mit scharfen Handgranaten, mit einem scharfen Ueberschießen durch Artillerie- und Infanteriegeschütze, durch die Paks, mit scharfem Schießen der Maschinengewehre usw. abgehalten werden, so daß der Mann daran gewöhnt wurde, an den Einschlag seiner Geschosse und der Granaten seiner Artillerie auf 70, 50 Meter heranzugehen, um den von uns Tag und Nacht als typische Sturminfanterie [9] geübten Einbruch in die feindliche Stellung mit dem Herzen, mit einem ganz tapferen Herzen und mit einem unerhörten soldatischen Können beherrschen zu lernen.
Ich habe diese Bedingungen eingeführt, weil ich der Ueberzeugung war: Je härter die Bedingungen des Uebens im Frieden sind, um so weniger Blut wird im Kriege fließen. Die wenigen Verwundeten, wie auch die noch viel geringere Zahl der Toten, die bei solchen Uebungen zu verzeichnen waren, waren selbstverständlich tief bedauerlich, denn es ist schade um jeden deutschen guten Jungen. Aber diese Opfer sind dennoch zutiefst moralisch, und sie müssen verantwortet werden. Denn durch die wenigen Tropfen Blut, die im Frieden bei solchen Uebungen fließen, werden Ströme von Blut besonders in den ersten Kriegsmonaten verhindert werden. Aber auch noch aus einem zweiten, ebenso ausschlaggebenden Grunde hatte ich den Führer um diese Regelung gebeten: um einer Gefahr zu begegnen, die ich damals schon für die Zukunft kommen sah. Wir waren ohne Zweifel — und das war ebenfalls ein sehr gutes Auslesemoment — in den ersten Jahren — und das reicht zum Teil bis heute — nicht übermäßig beliebt. Es ging uns mitunter, wie wir wissen, ein unberechtigter schauerlicher Ruf voran. Das Ausland, die Juden, die politischen Gegner, die Emigranten haben das Ihrige dazu beigetragen. Ich darf gleich offen sagen: ich denke gar nicht daran, jetzt während des Krieges eine Aufklarungsaktion zu unternehmen, um zu beweisen, daß die Gestapo nicht so furchtbar ist, wie sie beschrieben wird. Denn ich wurde damit Deutschland den größten Schaden tun. Es ist viel besser, wenn im feindlichen Ausland erzählt wird, daß in jeder sudamerikanischen Stadt ein paar hundert, in manchen Großstädten ein paar tausend Agenten der Gestapo sitzen, daß man sich auf der Straße furchtbar vorschen müsse, daß man auf der Straße nicht sprechen dürfe, weil man gehört werde. Ich verfüge nicht über diese vielen Agenten, sondern höchstens über ein paar Dutzend. Aber es ist mir höchst angenehm, daß der (seiner dieser für mich recht vorteilhaften Meinung ist. Es ist für uns sehr wertvoll, daß der Saboteur in Deutschland in vielen, vielen Fällen seine Sache nicht ausführt, weil er überzeugt ist, daß er von der Gestapo gefaßt wird. Und wenn diese Propaganda dadurch unterstrichen wird, daß auf kriminellem Gebiet, wie es bisher immer geglückt ist, im eigentlichen Reichsgebiet zumeist auch auf politischem Gebiet, den Verbrecher wenige Tage, spätestens einige Wochen oder Monate nach der Tat zu fassen, so ist das nur ein Positivum.
[10] Ich denke also nicht daran, zumindest nicht während des Krieges, mich gegen den schlechten Ruf, den wir besitzen, und der für Deutschland nur nützlich ist, weil er uns Feinde vom Leibe hält, zu wehren. Betrüblich ist es vielleicht, daß manchmal sehr große Torheiten innerhalb der deutschen Landesgrenzen von deutschen Volksgenossen nacherzählt werden. Ich kann das aber nicht ändern. Der Vorteil für Deutschland ist größer, als es der Nachteil für uns ist. Außerdem hat dieser Nachteil für meine Männer wieder das Gute, daß sie seit vielen Jahren in diesem Hagel von Beschimpfungen und Beleidigungen standhalten und hart werden. Wer diese Anfeindungen mit seinen Nerven nicht durchhält, oder wer ein zu empfindsames Herz hat, der geht von selbst.
Ich komme zurück auf die Härte in der Truppe. Ich sprach von unserem schlechten Ruf. Ich war mir aber darüber klar, daß dieser eines Tages durch unsere Leistung und unsere Haltung von selbst korrigiert werden würde. Dann sah ich aber auch eine Gefahr — nicht zu meinen Lebzeiten vielleicht, aber in der fernen Zukunft —: es könnte einmal üblich und modern werden — und dann ist die Sache immer schlecht —, daß der Herr X. seinen Sohn bei der Leibstandarte aktiv werden läßt, weil die Uniform so dekorativ ist und das Aermelband so empfehlend wirkt. Wenn man sich das einmal 40, 50, 100 Jahre nach diesem Kriege und nach unserer Zeit vorstellt, dann würde sich die ⚡︎⚡︎ aus Uniformträgern zusammensetzen. Wir würden uns von dem Prinzip der Auslese entfernen, ohne etwas (dagegen tun zu können. Wir würden Treibsand hereinbekommen. Daher sagte ich mir damals im Frieden: Wenn ich in jedem Jahr kriegsscharfe Uebungen ansetze, bei denen einer etwas Rauch auf den Frack bekommen kann, dann halte ich mir diese Herren fern. Ich werde es so machen: jeder Offizier muß 20, 30 Jahre hindurch seine jährlichen Uebungen machen, dann halte ich mir die Schwachen aus dem Offizierskorps heraus. Die Uebungen für den Krieg und die Härte der Auslese wird die Schwachen für alle Zukunft hindern, zu uns zu kommen.
Für die Zeit nach dem Kriege habe ich den Führer um eines gebeten. Ich habe ihn deswegen schon mehrere Male angesprochen. Ich bat, um ein einziges Vorrecht für die ⚡︎⚡︎:
Wenn wir bis zum Ende dieses Krieges uns anständig verhalten, wenn wir weiter anständig unsere Pflicht getan haben, dann bäte ich um das Vorrecht, für die ⚡︎⚡︎ immer den am weitesten entfernten deutschen Grenzstreifen im Osten zu erhalten, damit ich Gelegenheit habe, die Truppe jedes zweite Jahr — so schätze ich, würde es jedes Regiment ungefähr treffen — den [11] Winter nicht auf dem heimatlichen Tanzboden, sondern in Rußland verbringen zu lassen, daß jeder Jahrgang jedes zweite Jahr sich in Grenzkämpfen, in Gefechten im Osten bewähren muß, daß er seine Kriegserprobung erfährt.
Ich glaube, daß damit in größerem Ausmaße das erreicht wird, was ich damals im Frieden im kleineren Maßstabe durch die kriegsscharfen Uebungen bezwecken wollte. Außerdem habe ich die feste Ueberzeugung, daß mir dieses vom Führer erbetene Vorrecht kaum jemand in Deutschland streitig machen wird. Ich werde hier nicht allzuviele Neider finden. Mir geht es darum, — das betone ich immer wieder — vorzubauen und vorzubeugen, damit die Organisation, die in schwerer Zeit mit voller Ueberlegung und aus heißem Herzen geschaffen wurde, in den Zeiten des Ruhms, des Friedens und des Sattseins unseres Volkes nicht allzu rasch den Weg der Verweichlichung sehen kann, den alles Irdische einmal, sei es im Laufe von Generationen, im Laufe von Jahrhunderten oder spätestens im Laufe von Jahrtausenden gehen muß.
Im Jahre 1936 kam nun ein dritter Abschnitt für die ⚡︎⚡︎. Der erste war die Entstehung, der zweite Abschnitt war der Aufbau der neuen Organisationen, der Geheimen Staatspolizei und der noch nicht zur Waffen-⚡︎⚡︎ zusammengefaßten Leibstandarte, Verfügungstruppe und Totenkopfverbände. Im Jahre 1936 nun der dritte Abschnitt: die Uebernahme der Ordnungspolizei durch den Reichsführer-⚡︎⚡︎.
Die Ordnungspolizei hatte im Jahre 1935 rund 50 000 Mann an die Reichswehr, an das Hunderttausendmann-Heer, abgegeben. Sie hatte damit einen bescheidenen Beitrag geleistet zu dem Fundament, aus dem nun unser riesiges deutsches Volksheer entstehen mußte. Jeder war sich darüber klar, welch außerordentlich schwierige Aufgabe für die hunderttausend Mann und für die fünfzigtausend Mann es war, den Nährboden abzugeben für eine Millionenarmee; ein, ich glaube in anderen Ländern fast unmögliches Experiment. Auf die deutsche Polizei hatte sich diese Aufgabe selbstverständlich nicht übertrieben gut ausgewirkt, denn es bedeutete ein Ausbluten. Es war eine Blutabgabe aus dem Offizierskorps, aus dem Unteroffizierskorps und aus der Mannschaft. Ich übernahm nun diese Polizei, die eine Tradition besaß, die eine festgebaute, beamtlich-staatliche Hierarchie hatte mit festgefügten ehrwürdigen Rängen und die, wie jede Polizei in jedem Lande, unter dem Dilemma litt, und mit dem Problem sich herumschlug: Was sind wir eigentlich? Sind wir Beamte oder sind wir Soldaten? Beamte? Ja, weil wir selbstverständlich mit der Regierung, mit der [12] inneren Verwaltung zusammenhängen, deren Exckutivorgane wir sind. Beamte aber doch wieder nicht ganz, weil die Erfüllung dieses Beamtentums zum Teil nur mit Gewehr, mit Maschinengewehr und Stahlhelm ermöglicht werden kann. Soldaten aber wiederum auch nicht ganz. Von der einen Seite nicht richtig voll genommen, weil sie Beamte waren, von der anderen Seite mit einem gewissen Mißtrauen angesehen, weil sie doch keine so richtigen braven Bürobeamten waren, sondern hier und da einen Ausflug mit dem Gewehr machten. Ein Problem, mit dem sich alle europäischen Staaten immer wieder in der Geschichte der Polizei, in der Geschichte der Regierung oder Organisation dieser Staaten abgeben mußten. Ich kann ein Beispiel anführen. In Italien war bis vor kurzem die Polizei oder ein namhafter Teil der Polizei: die Carabinieri — das, was bei uns die Gendarmen sind — das Gardekorps der Armee. Es war der Carabinieri ein einwandfreier Soldat; der Carabinieri-Offizier war ein einwandfreier Offizier. Aber die Carabinieri taten in der Armee keinen Dienst, sondern sie gingen brav immer zu zweit — wie das in Italien Immer üblich ist, damit keinem etwas geschehen kann — mit aufgepflanztem Bajonett und vollzogen die Befehle des Meisters und des Präfekten, also des Regierungspräsidenten. Der Carabinieri bekam also seine Weisungen von einem Beamten und er war dennoch Soldat. Es handelt sich also um eine unendlich schwierige und wohl niemals zur Zufriedenheit aller zu lösende Frage.
Nun kam noch etwas hinzu. Diese neue deutsche Polizei mußte zu gleicher Zeit noch etwas Drittes sein. Der Mann mußte ein Beamter, Soldat und ein absolut einwandfreier Nationalsozialist, später sogar ⚡︎⚡︎-Mann sein; dies erschien, ein bißchen viel für den Einzelnen, — im Herzen kann er es viel leichter sein —; er durfte nicht in die Gefahr kommen, zerrieben zu werden. Für die ⚡︎⚡︎ und Polizei entstand ein weiteres Problem: In dem Augenblick, in dem ich als Reichsführer-⚡︎⚡︎ Chef der Deutschen Polizei wurde, begann in den Kasernen das Rätselraten: Wer frißt wen? Schluckt die Polizei die ⚡︎⚡︎ oder schluckt die ⚡︎⚡︎ die Polizei? Die einen äußerten das Bedenken: Es bedeute eine große Gefahr für die Polizei, einer solch’ ordentlichen, hierarchischen, legalen Organisation von dieser wilden, revolutionären ⚡︎⚡︎ beseitigt und aufgesogen zu werden! Die Tausende meiner alten ⚡︎⚡︎-Männer sagten: Um Himmels willen, jetzt kommt die Polizei zu uns, die Leute, die uns durch 10 Jahre mit dem Gummiknüppel bearbeitet haben; jetzt müssen wir nicht nur freundlich zu ihnen sein, sondern eines Tages — sie haben ja den größeren Etat und eine größere Uebung in dem [13] ganzen Schriftkram — wird unser revolutionärer Schwung verloren gehen, die Polizei verschlingt uns!
Es hat ungefähr ein halbes Jahr gedauert, bis ich meinen Männern klar gemacht habe, erstens: keiner frißt den anderen, zweitens: was will ich? Beide Organisationen können voneinander lernen; die Polizei kann die nationalsozialistische Ueberzeugung, die Erziehung, den ungeheuren revolutionären und dynamischen Schwung gut von der ⚡︎⚡︎ übernehmen. Und die Polizei habe ich davon überzeugen können: Es ist doch sehr wünschenswert, wenn der Mann, den ich im Dorfe oder in der Stadt oder an der Grenze als ersten Vertreter der Reichsautorität, oft als deren einzigen Vertreter sehe, möglichst gutrassig aussieht. Ich habe ihr weiter klar gemacht, daß es doch schon sehr unpraktisch ist, wenn ich z.B. in die Polizei nur kleine Leute von 1,60 im Größe aufnehmen würde; denn wenn ich diesen kleinen Polizisten als Gendarm nach Schleswig-Holstein schicken würde, dann würde ihn kein Bur ernst nehmen; dieser würde sagen: er geht mir ja nur bis zum Hals. Und es ist Ja so in der Welt — das läßt sich leider nicht verleugnen —, daß Völker, deren Angehörige körperlich sehr klein sind, wie die Italiener zum Beispiel, nun einmal einen Minderwertigkeitskomplex besitzen gegenüber jedem, der größer ist als sie. Das ist nur das äußerliche Merkmal. Nun geht aber einmal Größe und Befähigung und Aussehen in den allermeisten Fällen Hand in Hand mit dem inneren, mit dem seelischen Wert, mit dem Erbgutwert. Es gibt nur ganz wenige — selbstverständlich kennen wir auch diese Ausnahmen —, die klein sind und dabei doch selbstbewußt, ohne eingebildet zu sein. Aber diese richtigen natürlichen Männer, die klein an Wuchs sind, gibt es nur Selten.
Ich habe also allmählich meinen Männern von der Polizei diese Rassefragen und diese Gedankengänge nahegebracht. Ich habe mich dabei von vornherein auf den Standpunkt gestellt: das, was gewesen ist, lassen wir. Ich bin — ganz im Gegensatz zu dem Rufe, in dem ich stand — immer für eine evolutionäre Entwicklung gewesen. Das, was frühere Zeiten getan, gedacht haben und geschaffen haben, oder auch auf religiösem Gebiete die Ueberzeugungen, die ihnen heilig waren, das haben wir zu respektieren. Wir haben aber etwas anderes ebensosehr zu tun. Wie wir vor dem Vergangenen Achtung besitzen, so haben wir vor der Zukunft die Verantwortung zu tragen, und wir dürfen Fehler, die wir erkennen, nicht aus lauter Respekt vor der Vergangenheit in alle Ewigkeit fortsetzen. Dazu sind wir nicht berechtigt. Sondern wir haben das Recht, in einer anständigen Form den Alten zu sagen: Gut, das, was Ihr gemacht [14] habt, war unter Eueren Verhältnissen sicherlich richtig; darüber wollen wir nicht diskutieren. Oder: das ist Euere Ueberzeugung; vor ihr verneigen wir uns; aber wir erwarten von Euch, daß Ihr dasselbe vor unserer Ueberzeugung tut; denn sie Ist nicht leichtfertig gewonnen, sondern schwer errungen worden. Wir haben aber nicht das Recht, etwas, das wir als falsch erkennen, in die Zukunft mitzuschleppen und dabei uns dann so herauszureden: Ja, das ist nur Takt und das ist nur Scheu. Nein, wir wollen es ruhig gut deutsch nennen: das ist zivile Feigheit, und diese darf man nicht besitzen, wenn man dem Volk gegenüber sich verantwortlich fühlt.
Also das, was in der Polizei an Altem vorhanden war, habe ich gelassen. Die alten Jahrgänge werden ohnedies jedes Jahr ein Jahr älter. Einmal schieben sie sich hinaus. Das Leben geht ohnedies weiter seinen Gang. Wir haben dann im Frieden, wo wir es vermochten, lediglich dafür gesorgt, daß wir möglichst solche Offiziere und Männer einstellten, die unserem Wunschbilde entsprachen.
In dem Augenblick, in dem der Krieg ausbrach, wurde dies nun wieder anders. Und hier darf ich etwas einflechten. Es heißt sehr oft: Ja, die ⚡︎⚡︎, die hat es leicht; sie besitzt ja nur ausgewählte Leute; mit diesen kann natürlich jeder kämpfen, das ist ja keine Kunst; außerdem nimmt sie uns alle Unteroffiziere fort. Aber ich darf hier auf etwas aufmerksam machen: Ich habe aus den Volksgruppen des Balkans 140 000 Volksdeutsche heraufgeholt, nicht nur solche, die hinsichtlich der Tauglichkeit den Bedingungen der ⚡︎⚡︎ entsprechen. Ich habe sie in verschiedene Divisionen, wie in die Division „Prinz Eugen” und in die Kavallerie-Division eingestellt. Es waren Männer, die den guten breiten Durchschnitt des deutschen Volkes darstellen. Unter den Volksdeutschen, oder wie ich sie lieber nenne, unter den Deutschen von außerhalb der Reichsgrenzen gibt es sehr viele, die kaum oder überhaupt nicht die deutsche Sprache beherrschen. Ich schätze, daß von den letzten 40 000 Rekruten, die wir von den Deutschen in Ungarn bekamen, ungefähr 14 000 bis 20 000 kaum ein Wort deutsch sprachen. Man kann den Männern daraus keinen Vorwurf machen, denn wir würden ebensowenig deutsch sprechen können, wenn wir nicht eine deutsche Volksschule gehabt hätten. Wenn ein Staat, wie es auf dem Balkan sehr oft vorkommt, unseren Volksgruppen feindselig und kleinlich die Schule nimmt, dann können wir es den dort wohnenden Deutschen nicht übel nehmen, wenn sie nicht deutsch lesen, schreiben und sprechen können.
[15] Um so größer und höher — das sei eine Nebenbemerkung — ist es zu werten, wenn wir sehen, in welch unerhört anständiger Form diese deutschen Jungen, die ungarisch sprechen, die nie das Reich erlebt hatten, die aus Ungarn auf den Truppenübungsplatz Debica — er liegt bei Krakau — kamen und die dann, weil die Lage an der Front schwierig war, nach ihrer Ausbildung zur Kavallerie-Division in Marsch gesetzt wurden, dann an der Front so anständig gestorben sind — für ein Reich, dessen Schönheit und Größe sie nie gesehen, dessen Landschaft sie nie erfahren hatten, für ein Reich, dessen geistiges Eigentum, dessen Kultur sie nie erfassen konnten, weil sie die Sprache nicht beherrschten. Sie sind nur dem Mythos dieses Reiches gefolgt, dem Mythos des Namens Adolf Hitler und der Stimme ihres Blutes, und sie sind dafür in den Tod gegangen. Ich will damit nur sagen: bei diesen 140 000 volksdeutschen Männern handelt es sich nicht um eine Auslese, sondern um eine breite Volksaushebung.
In der Polizei haben wir rund 150 000 bis 180 000 sogenannte Polizeireservisten aufgenommen. Angehörige der Jahrgänge 1903—1908, die die Wehrmacht in den Jahren 1939/40 zurückgestellt hatte. Die Männer dieser Polizeibataillone und Polizeiregimenter haben ein Durchschnittsalter zwischen 44 und 38 Jahren. Es ist breitester, ich möchte fast sagen, niedrigster Durchschnitt an physischer Leistungsfähigkeit und an allgemeinem Wert, den das deutsche Volk besitzt. Und dennoch: es ist geglückt, auch das Herz dieser Männer zu gewinnen und sie in den Kampf wie jede andere Kompanie und jedes andere Regiment zu schicken.
Dies war nur eine Bemerkung, weil Sie sicherlich sehr oft hören werden: Ja, mit der Auslese kann man alles gut schaffen.
Die Polizei ist nun im Laufe der Jahre in einem — das können Sie mir glauben — bitteren Kampfe — man muß hier dieses harte Wort gebrauchen —, in einem zähen Ringen mit der Bürokratie — das ist wohl der passendste Ausdruck — immer mehr entbeamtet und entbürokratisiert worden. Ohne Zweifel eine der schwierigsten Aufgaben, die es überhaupt gab. Dieses Ringen war zu führen.
a) mit dem Reichsministerium des Innern, dessen Minister ich ja jetzt geworden bin,
b) mit dem Reichsfinanzministerium.
Die einzige Hilfe, auf die ich bauen konnte, war Ihr Admiral Reinicke. Er hatte ein mitfühlendes Herz und half mir, soweit es in seiner Macht und in seiner Möglichkeit stand.
[16] Es war z.B. — damit auch ein paar fröhliche Dinge hier ausgesprochen werden — außerordentlich schwer, folgenden Mißstand zu beseitigen. Durch den Bruch aller Vorschriften, aber auch aller ist es mir jetzt gelungen, dieser und ähnlicher Mißstände Herr zu werden. Ich habe es nun durch Befehl geregelt:
Ein Polizeibeamter, sagen wir aus Weimar, der zu einem Polizeiregiment in den Osten versetzt wird und dort sehr brav kämpft, ist ein Beamter auf Dienstreise. An der Front erhält er keinen Wehrsold, sondern eine Trennungsentschädigung. Er erhielt bis zum 1. Januar 1944 Tagegelder. Ich konnte es nicht früher ändern. Es war ganz unmöglich. Denn an diesem Gesetz hängt ein Riesenschwanz von Ministerialräten, Oberregierungsräten und Amtmännern, die an ihm Klimmzüge machen und ihre Existenzberechtigung nachweisen. Wenn dieser Mann also draußen bei Newel kämpft oder im Sumpfe liegt und sich mit Banden herumschlägt oder mit der Roten Armee, dann erhält er Uebernachtungsgeld! — Es kommt noch besser! Von diesem Uebernachtungsgeld werden ihm aber in einem ungeheuer schwierigen Verfahren — es sind Hunderte von Menschen angesetzt, um allein dies alles zu berechnen — 50 Pfennig abgezogen, auch wenn er im Sumpf liegt, für das vom State gestellte Quartier. Sie glauben nicht, was es alles gibt.
Ich enthülle das hier sehr offen. Aber seien Sie überzeugt: das ist in allen deutschen staatlichen Organisationen und — seien Sie nicht böse — auch in den Wehrmachtsorganisationen genau das gleiche. Wenn Sie hinter die Kulissen schauen, können Sie heitere Abende füllen. Ich bin z.B. kürzlich auf Folgendes gekommen: Da hat ein Beamter vor zwei, drei Monaten eine 31 Seiten lange Denkschrift geschrieben. Worüber? Ueber die Tatsache, daß die Wohnung eines Polizeipräsidenten in eine zu hohe Heizklasse eingestuft war. Dien machte im Jahr etwa 80,— RM aus. Darüber schrieb der Mann 31 Seiten. Außerdem war ein Briefwechsel vorausgegangen. Und nun rechnete dieser brave Mann — es waren noch einige mehr daran beteiligt — den zuviel verheizten Betrag pro cbm [m3] der Wohnung in einer siebenstelligen Zahl hinter dem Komma für den Pfennig aus. Schließlich muß ich, um das Bild abzurunden, noch eine nette Sache erzählen, wobei ich dem Großadmiral noch meinen Dank aussprechen muß. Sie schrieben der Ordnungspolizei einen Brief, in dem Sie darum baten, wir möchten doch einen Dienstgrad bei der Wasserschutzpolizei, der eigenartige Schulterstücke trägt, ändern. Es handelte sich um: einen Meister der Wasserschutzpolizei. Er trüge Unteroffizierslitzen auf goldener Unterlage und sähe immer aus wie ein Admiral. Das wurde mitgeteilt. Wir sagten: [17] Selbstverständlich wird es geändert. Und dann kam einer der Männer, die mein Obergruppenführer jetzt in das Hauptamt Ordnungspolizei gesetzt hatte und schlug vor: Wir wollen doch einmal sehen, wieviele solcher Schulterstücke wir haben. Die Wasserschutzpolizei zahlt 5000 Mann. Dem betreffenden Dienstgrad gehören vielleicht 100 Mann an. Sie raten sicher nicht, wieviele Schulterstücke dieses einen Dienstgrades wir besaßen. 23 000 Paar! Ich enthülle hier mit Humor alle diese Dinge, die wir bei radikalem Durchgreifen sehen. Sie können in jede deutsche zivile Organisation, in jede Wehrmachtsorganisation blicken, seien Sie überzeugt, Sie werden ebenfalls solche Dinge dutzendweise finden. Und ich garantiere Ihnen: Sie werden Divisionen von Buchhaltern und Schreibern freibekommen, wenn man diese Mißstände radikal beseitigt. Mir ist dies erst möglich geworden, nachdem ich nun Reichsminister und Reichsführer-⚡︎⚡︎ in einer Person bin.
Die Polizei — um nun wieder auf ernste Dinge zu kommen — ist mehr und mehr in die ⚡︎⚡︎ eingebaut worden. Die Furcht, daß die eine Organisation die andere übernimmt oder ihr etwas raubt, ist schon lange beseitigt. Das Offizierskorps ist heute weltanschaulich erzogen, ist wirklich aus tiefstem Innern heraus in die Weltanschauung des Nationalsozialismus und in die Gedankengange und Gesetze der ⚡︎⚡︎ hineingewachsen. Dieser sehr schwierige Prozeß, ⚡︎⚡︎ und Polizei immer mehr zu einem einheitlichen Charakter zusammenzuschließen, ist insgesamt geglückt.
Ich möchte noch einige Bemerkungen zu meiner Tätigkeit als Reichsminister des Innern machen. Als ich vor einigen Monaten vom Führer mit diesem Posten betraut wurde, haben sehr viele Leute in Deutschland erwartet, ich würde nun grundstürzende und umstürzende Aenderungen vornehmen. Ich habe es nicht getan. Denn dieses ist niemals meine Art gewesen, und ich hielt ein solches Vorgehen im Kriege auch noch weniger für richtig, als im Frieden. Ich bin jetzt darangegangen — es ist meine Hauptaufgabe — trotz der Schwierigkeiten des Krieges, wo ich personell nicht sehr viel ändern kann, weil eben der junge Beamte an der Front steht und ich mit alten oder mit weit über das Dienstalter hinaus im Dienste verbleibenden Beamten die Geschäfte der Regierung erledigen und durchführen muß, zwei große Grundsätze, die ich für den Staat als lebenswichtig erachte, zur Geltung zu bringen:
Einmal die Autorität der reichszentralen Gewalt. Ich tue dies nicht in brutaler und grober Form. Sondern auch hier gilt es, daß man in der Linie unabänderlich, in der Form sehr verbindlich sein soll und sein muß. Denn viele Dinge, die draußen [18] geschehen, werden ja nicht aus bösem Willen getan, sondern sie ergeben sich manchmal aus Fehlern, die auch wir in den Zentralen machen, indem wir zu viele Dinge uns aneignen und Wasserköpfe in Berlin bilden. Zum anderen geschehen sie aus Unverstand oder aus einem Nichtüberschen oder aus einem zu starken Einschätzen des lokalen und lokalpatriotischen Standpunktes. Ueberzeugung, Besprechung und Gewinnung für die bessere Ansicht sind hier die besten Bundesgenossen und die wertvollsten Hilfen.
Das andere Prinzip: Stärkung der Selbstverwaltung in den Provinzen, Städten und Landkreisen. Hier geht mein Bestreben dahin, möglichst viele Aufgaben nach außen zu verlagern und Ohne bürokratische und reglementierende Direktion von oben her die Menschen außerhalb der Reichshauptstadt selbstverantwortlich arbeiten zu lassen. Ich gebe ihnen grundsätzliche Weisungen, berate sie, rege zur Arbeit an. Sehr viele Dinge des Luftschutzes z.B. können ja nur aus den örtlichen Gegebenheiten bestimmt werden; man kann sie nicht zentral diktieren. Ich werde, was die Polizei angeht, manche Sachgebiete, die die Polizei früher für sich in Anspruch nahm, wie z.B. die Lebensmittelpolizei, den Städten und Kommunen wieder zurückgeben. Ich werde vielen Ortschaften und Städten, die im Laufe der letzten Jahre einem Landrat unterstellt wurden, wieder einen Oberbürgermeister geben. Denn ich lege Wert darauf — ich glaube, dies ist eine Frage, die wir insgesamt in Deutschland sehr beachten müssen —, möglichst viele selbständige Aufgaben stellen zu können, damit auch junge Kräfte in diese Aufgaben hineinwachsen, sich an ihnen erproben: damit uns nicht alles in die Wirtschaft abwandert, weil kein Mensch mehr Beamter werden will oder seinen Arbeitsplatz in einem Büro sieht. Junge, tatkräftige, schöpferische Menschen sollen diese und jene Aufgabe meistern lernen, so daß man eines Tages sieht: diese Stadt wird ausgezeichnet verwaltet; dieser Landkreis ist hervorragend geführt; der Mann an der Spitze muß sehr fähig sein. Andere Kreise wiederum haben keine Kinderheime eingerichtet, ihre Straßen befinden sich in einem schlechten Zustand, in ihrem Gebiet steigt die Zahl der Tuberkulosefälle, in der Landwirtschaft stehen sie sehr zurück. In einem anderen Landkreise aber geht es ausgezeichnet. Oder: In dieser Stadt ist der Schutt zerstörter Gebäude von den Straßen verschwunden; die Notwohnungen sind bereits im Bau; die Bunker sind vorhanden. Dann erkennt man von oben her: Dort wird tatkräftig gearbeitet. Und nachdem nichts von selbst geschieht, muß eine Persönlichkeit hinter diesem Aufbau stehen. Wir müssen in Deutschland Persönlichkeiten suchen, Talente, und [19] unter den Talenten dann die ganz wenigen Genies. Stellen wir aber diesen Menschen, die in unserem so fähigen deutschen Volke vorhanden sind, nicht auf allen Gebieten Aufgaben, lassen wir sie nicht in einem würdigen Rahmen groß werden — sei es auf dem Gebiete der Wissenschaft, der Wirtschaft, der Landwirtschaft, der Wehrmacht oder der inneren Regierung, der Verwaltung —, dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn uns, so wie wir es heute auf manchen Sektoren antreffen, die hervorragenden Köpfe fehlen. Wir sehen plötzlich ein Vacuum und stellen fest: es wächst nichts nach. Aber wir wissen: Die Köpfe und die Könner sind schon da. Wir müssen sie nur mit Aufgaben betrauen und sie grundsätzlich vernünftig lenken. Es läßt sich aber nicht verantworten, wenn man z.B. grundsätzlich einen Mann, der etwas kann — ich spreche hier aus Erfahrungen, die ich in der ⚡︎⚡︎ und in der Partei gesammelt habe, der — um nur ein paar Beispiele zu wählen — Kraftfahrer ist, aus Kommißsturheit zu einer Kavallerie-Division schickt, oder wenn man, wie es dieser unergründliche Kommißsinn einmal mit sich bringt, den Motorenschlosser grundsätzlich auf ein Pferd setzt, weil es allerhöchste Zeit ist, daß dieser Mann reiten lernt.
Also: Aufgaben stellen! Fähige Menschen betrauen, und zwar im jungen Älter, und — im Kriege vor allem — sie richtig lenken!
Dies waren einige Gedanken über das, was ich in der inneren Verwaltung und im Innenministerium nun „Verwaltung” nenne und was ich für richtig im Innenministerium ansehe. Die Arbeit ist selbstverständlich etwas größer...
Ich fahre fort mit einer Betrachtung der Organisation der ⚡︎⚡︎ und ihrer Aufgabengebiete. Ich werde Ihnen die Hauptämter der Reichsführung-⚡︎⚡︎ benennen und sagen, welche Aufgaben ihnen anvertraut sind.
Dem Reichsführer ⚡︎⚡︎ unterstehen zwölf Hauptämter. Das erste ist das ⚡︎⚡︎-Hauptamt. Es ist praktisch das Hauptamt dieses Ordens der ⚡︎⚡︎. Hier darf ich auf etwas aufmerksam machen: Es wäre unrichtig, die ⚡︎⚡︎ lediglich als militärische Organisation oder als Soldatenorganisation zu sehen. Das Primäre ist, daß der Mann dem Orden der ⚡︎⚡︎ angehört, er, seine Frau und seine Kinder. Die Frau gehört diesem Orden der ⚡︎⚡︎ genau so an bei Lebzeiten des Mannes, wie nach seinem Tode. Die Frau eines ⚡︎⚡︎-Mannes, die Witwe eines ⚡︎⚡︎-Mannes wird niemals außerhalb unserer Reihen stehen. Sie gehört auch nach einem Jahr und nach zehn Jahren zur ⚡︎⚡︎, mit ihren Kindern, und sie genießt den Schutz und die ganze Pflege, die wir gerade der Sippe bieten. Das ⚡︎⚡︎-Hauptamt ist das Ordens-Hauptamt, in das [20] jeder Einzelne aufgenommen wird. Eine weitere besonders wichtige Aufgabe dieses ⚡︎⚡︎-Hauptamtes ist die weltanschauliche Erziehung. Aus diesem Hauptamt als Schulungshauptamt gehen Leithefte, gehen Unterrichtsbücher auf jedem Gebiet, auf dem der Weltanschauung und des Wissens heraus; also praktische Unterrichtsbücher auch über deutsche Geschichte, über die Geschichte des Reiches, über die Geschichte der Partei, über jede wichtig erscheinende Frage auch außerhalb unserer Grenzen; es sind also richtige Unterrichtsstoffe. Es werden die Themen für die einzelnen Stunden angegeben. in denen die ⚡︎⚡︎-Führer und die Offiziere der Polizei dann Unterricht erteilen. Die Leithefte erscheinen einmal monatlich. In der Form von Aufsätzen und Erzählungen bringen sie Unterrichtsstoff aus allen Gebieten des menschlichen Wissens und der menschlichen Seele, möchte ich fast sagen, sei es aus dem Leben im positiven oder im negativen Sinne; denn man lernt aus Tugenden und aus Fehlern. In den Heften ist auch immer die kleine Heldengeschichte enthalten. Wir können sie ruhig so nennen. Denn was ist unsere Saga, die wir als Jungen so gern gelesen haben und die einst das geistige Eigentum unseres Volkes war, was war sie anderes als die wahrheitsgetreue Erzählung von Begebnissen, von den Kämpfen und dem Ringen des einzelnen Helden mit dem Schicksal und dem Problem, wie sich der einzelne Mensch unseres Blutes mit dem Schicksal abfand und seine Fragen beantwortete. Das nannte man dann Saga — „Das Gesagte”. Wir müssen die Vorstellung überwinden, daß „Sage” etwas Unrichtiges, etwas Gedachtes sei. Die Saga Norwegens, die Saga Dänemarks ist die Geschichte dieser Völker, und die Saga unseres Volkes ist die Geschichte dieses Volkes aus frühester Zeit. Und diese Form der Sage, der Erzählung — wir Deutsche des zwanzigsten Jahrhunderts sind ja vielfach so akademisch und zivilisatorisch verbildet; Sie verzeihen, wenn ich das in diesem Kreise sage; ich schließe mich aber selbst mit ein — vermittelt dem deutschen Menschen viel mehr als die Wissenschaft mit ihrer Lehrhaftigkeit beizubringen vermag. Deshalb heißt es bei uns auch: weltanschauliche Erziehung. Ich habe diese kleinen Heldengeschichten eingeführt, weil wir so ungezählte Beispiele eines heldischen Lebens in diesem Kriege und in den vergangenen Kriegen kennen, daß wir niemals nach anderen Völkern zu schauen brauchen. Ich achte die Japaner sehr, und dennoch wehre ich mich dagegen, japanische Helden auch unserem Volke als etwas ganz Besonderes hinzustellen und so zu tun, als wäre ein deutscher Flieger, ein deutscher U-Bootmann, ein deutscher Grenadier, ein deutscher ⚡︎⚡︎-Mann nicht fähig, unter dem Muß der [21] Selbstaufopferung fur sein Vaterland eine große Tat zu vollbringen. Ich bin der felsenfesten Ueberzeugung — es mag ein Wehrmachtsteil sein, welcher es will —: wenn wir fragen würden: Wer meldet sich zu diesem sicheren Todesgange? dann würden wir aus unseren anständigen deutschen Volke mindestens ebensoviele tausende freiwillige Meldungen erhalten wie Japan. Diese kleine Heldengeschichte in der Form einer Erzählung muß in einem so guten Deutsch gehalten sein, daß jeder sie auswendig lernen kann, so daß die Jungen und Mädel von heute diese Geschichte später ihren Kindern wiedererzählen können, mag es sich um den Unterscharführer Förster im Jelnabogen handeln, oder um eine Geschichte aus der Marine, um die Erzählung von einem leitenden Ingenieur, der sein Unterseeboot oder sein Torpedoboot mit allen Geheimnissen in die Tiefe steuert und untergehen läßt; oder ob einer solchen Erzählung das heldische Verhalten einer Mutter, einer Frau, die — nachdem ihr letzter Sohn gefallen ist — diesem Schicksal ihre heldische Antwort gibt, oder die Haltung einer Frau, die ihren Mann hinausschickt und ihr heldisches Ja dazu sagt. Das sind die Dinge, die wir unseren Männern erzählen — nicht lehren, nicht dozieren, sondern erzählen — und damit immer wieder ihre Herzen gewinnen und sie immer wieder zuhause sein lassen in diesem großen Weltall der germanischen Welt.
Das ⚡︎⚡︎-Hauptamt hat dann noch ein weiteres großes Aufgabengebiet: Die germanische Arbeit. Wir befinden uns in einer rasenden geschichtlichen Entwicklung. In einem anderen Zeitraum wäre die Gewinnung auch nur eines Gaues oder einer Provinz das epochale Ereignis dieser Generation gewesen. Wir haben, bescheiden oder vielmehr unbescheiden, wie wir nun geworden sind, uns an territoriale Gewinne gewöhnt. Wir haben dem Reiche die Ostmark mit 6½ Millionen Menschen zurückgegeben, das Sudetenland mit 3½ Millionen Menschen. Wir haben Böhmen-Mähren mit 7 Millionen Bewohnern eingegliedert. Wir haben die Ostprovinzen zurückgewonnen. Und die Geschichte nimmt in einem unerhörten Tempo ihren Lauf. Wir werten dies alles nicht mehr richtig. Dabei haben wir so manches Mal für das Nahestehende den Blick verloren, weil wir zu wenig von ihm entfernt sind. Wir stehen meines Erachtens auch — auch das darf ich aussprechen — als oft unbescheidene und manchmal undankbare Zeitgenossen zu unmittelbar an dem Geschehen, an dem Genie Adolf Hitlers. Ich glaube, daß schon in 20, in 50, in 100 Jahren manche Volksgenossen in Deutschland, wenn sie dann wieder auferstehen könnten, vor Scham sofort wieder in die Grube fahren würden, wenn sie mit den Augen und mit der Ehrfurcht der Enkel und [22] der Urenkel sehen lernen würden und sich dann erinnern würden, was sie alles in ihrem kleinen, kleinen Kopf und Gehirn gedacht und überklug ausgesprochen, ja gelästert haben. Wir stehen auch zu nahe an der Entwicklung, die sich in Europa vollzieht. Zum ersten Male, soweit wir es geschichtlich feststellen können, seit etwa 2½ tausend Jahren, sind wir auf dem Wege, die Germanen zu einigen. Ist nicht aus einem 65-Millionen-Volke im Jahre 1933 ein 85- bis 88-Millionen-Volk im Jahre 1941 geworden? Haben sich während des Krieges nicht einige große Völkerwanderungen vollzogen? 700 000 Deutsche sind eingewandert, zwei Millionen Fremde sind ausgewandert. So und soviele Juden wurden nach dem Osten gebracht. Völkerbewegungen, die wir in der Geschichte mit großen Namen bezeichnen, haben sich innerhalb dieser rasenden Entwicklung vollzogen. Wir werden nun aus einem 85-Millionen-Volke Großdeutschlands zum 120-Millionen-Volk der Germanen werden, zum Ordnungskern und zur Ordnungsmacht Europas, die mit den 85 Millionen Deutschen als Kernvolk im Rahmen dieses germanischen Reiches mit der Blutbasis von 120 Millionen Germanen dieses Europa mit seinen anderen Nationen beherrscht. Die Form, in der sich diese Entwicklung vollziehen wird, kennen wir nicht. In ein, zwei, drei Jahren werden wir sie genau wissen. Wir ⚡︎⚡︎-Männer hängen an dieser Arbeit mit dem Herzen, weil wir wirklich nach einem jagen: nach jedem Tropfen Blut in Europa oder in der Welt, der unseres Blutes ist. Wir haben uns die nüchterne Erkenntnis zu eigen gemacht: Jeder Tropfen germanischen Blutes — in der Welt oder mindestens in Europa — muß entweder bei uns sein und in unseren Strome fließen, oder er muß ausgelöscht werden. Es ist vielleicht für manchen rätselhaft, daß ich diese Grausamkeit aussprechen kann. Es wird Ihnen nicht mehr rätselhaft sein, wenn Sie meinem Gedankengang folgen:
Gefährlich für uns ist immer nur unser eigenes Blut; denn dieses ist genau so fähig wie wir. Wenn ein Gegner von einem germanischblütigen Menschen oder von einem Menschen, der zu viel germanisches Blut neben seinem mongolischen oder sonstigen Blute besitzt oder es aufgepfropft hat, wenn er von solch einem Kerl, von solch einem Talent, von solch einem Genie geführt wird, dann ist er für uns lebensgefährlich. Ein kleines Beispiel aus der Kriegsgeschichte der letzten vier Jahre: Es ist doch bemerkenswert, daß in den 18 Tagen des Blitzkrieges in Polen, wo im polnischen Staat alles niederbrach, doch immerhin diejenigen, die ein paar Tage länger aushielten, Menschen mit deutschem oder nicht polnischem Blut waren. Es war der General Rommel in Warschau, ein Deutschpole und [23] ein Admiral Unruh in Hela. Sie haben sich vier, fünf Tage unser gewehrt; demnach waren sie im Rahmen dieser Schlacht der relativ gefährlichste Teil. Und es war General Thome in Modlin, der einer alten französischen Familie entstammt. Wenn ich einen Franzosen mir ansehe: welch ausgezeichneten Eindruck macht General Huntzinger. Und wenn Sie sich die französische Heeresgeschichte betrachten: wer waren die uns gefährlichsten Männer? Immer die Träger deutscher Namen, immer diejenigen, die aus deutschem, aus germanischem, aus unserem Blute kamen.
Unser Bestreben muß es daher sein, — im Hinblick auf die Entwicklungen, denen wir in den nächsten Jahrhunderten entgegengehen, in der Abwehr und im endgültigen Ringen mit den Völkermassen, die dieses Innerasien und dieses Osteuropa immer wieder ausspeien wird — alles, was an wertvollen Menschen unseres Blutes vorhanden ist, für uns zu gewinnen, oder aber, wenn es auf der Gegenseite sich befindet, auszutilgen, denn sonst würden diese Deutschblütigen auf der Feindseite einst als bessere Kommandeure, als bessere Befehlshaber und bessere Führer unsere Enkel vernichten. Diese Maßnahmen, meine Herren, um die wir uns heute noch drücken, werden unsere Enkel begrüßen. Wenn ich irgendwo gezwungen war, in einem Dorfe gegen Partisanen und gegen jüdische Kommissare vorgehen zu lassen, so habe ich grundsätzlich den Befehl gegeben, diese Menschen umbringen zu lassen. Ich wäre ein Schwächling und ein Verbrecher an unseren Nachkommen, wenn ich im Kampfe von Mensch gegen Untermensch das Untermenschentum groß werden ließe. Glauben Sie mir: Dieser Befehl ist nicht so leicht gegeben und wird nicht so einfach durchgeführt, wie er konsequent richtig gedacht und vor Ihnen hier ausgesprochen ist. Aber wir müssen immer mehr erkennen, in welch einem primitiven, ursprünglichen, natürlichen Rassenkampf wir uns befinden. Wir müssen so tapfer sein vor uns selbst und vor unseren Nachkommen, diesen ursprünglichsten Auslesekampf zu beachten und nach ihm zu leben.
Durch unsere germanische Arbeit, wollen wir wirklich mit heißem Bemühen jeden Tropfen germanischen Blutes, jeden Menschen, der unseres Blutes ist, gewinnen. Wir erkennen nun am besten die Entwicklung des germanischen Gedankens in den einzelnen Ländern: in den Niederlanden, in Dänemark, in Flandern, in Wallonien, in der Schweiz und auch in Schweden. Bisher sind 3000 germanische Freiwillige für Deutschland, für das kommende Reich gefallen. Rund 30 000 Männer aus diesen Ländern haben in unseren Reihen gestanden oder kämpfen [24] gerade bei uns. Dies ist keine sehr große Zahl — werden Sie einwenden —, wenn man 3 Millionen Norweger, 3,5 oder 3,8 Millionen Dänen, dann 3 Millionen Flamen und noch 6 Millionen Niederländer zusammenzählt, also eine Summe von rund 20 Millionen Menschen. Doch bedenken Sie: Die ersten, die kommen, haben es am allerschwersten. Von den Jungen, die wir aufgenommen haben, haben sicher ein Drittel ihre Familien verloren; sie werden nicht mehr gern gesehen und oft überhaupt nicht mehr gesehen; sie sind von den Eltern verstoßen. Vater und Mutter haben mit ihnen gebrochen, manchmal hat sich sogar die Frau von ihnen losgesagt. Oder im anderen Falle: die Familie hält zu ihnen und ist nun den schwersten Verfolgungen ausgesetzt von seiten der Kommunisten, von seiten der lieben bürgerlichen Bekannten unw. Es handelt sich um die erste allerschwerste Auslese, wo jeder einzelne sich den Entschluß, mitzukämpfen im Rahmen der Waffen-⚡︎⚡︎, oder — diese Möglichkeit ist jetzt noch geschaffen worden — im Rahmen der Kriegsmarine, im großen und ganzen doch sehr schwer abringen und ihn sehr schwer durchhalten muß. Hier sehen wir aber in dieser ⚡︎⚡︎-Division „Wiking” und in der neu eingesetzten germanischen Division „Nordland” das germanische Reich wachsen. Und wir sehen das Wachsen auch in der Junkerschule Tölz, wo wir an den Kursen unter 500 bis 600 Junkern 400 bis 450 germanische Junker teilnehmen lassen, Esten und Schweden und wie ich sie alle nannte.
Hier gehen wir einen Weg sehr bewußt: Der Mensch kann sich mit Anstand und Ueberzeugung — und wir wollen hier die Anständigen und die Gesunden aufnehmen, nicht die Konjunkturritter — nur zu einer Ordnung bekennen, die sichtbar, für das Herz erfaßbar, wertvoller und besser ist und die auf einer höheren Ebene liegt, als die bisherige. Es war sehr weise von Bismarck im Jahre 1871 und noch früher im Jahre 1866, daß er die Bayern und die Württemberger nicht zwang, Preußen zu werden, sondern daß aus dem Ringen den Jahres 1866 und aus dem Kriege 1871 die einzelnen deutschen Staaten auf die Ebene Deutschland gehoben wurden. Es war unmöglich, bei dieser kleindeutschen Lösung, die Ostmark Oesterreich und die Deutschen des Kaiserreiches Oesterreich einzugliedern. Im Jahre 1938 konnte die Eingliederung der Ostmark nur auf der höheren Ebene und in größerer Ordnung erfolgen: die Ostmark konnte nicht nach Deutschland kommen, sondern in Großdeutschland konnte sie willig und gern und aus innerer Ueberzeugung aufgehen. Denn erst dann kann man von einem zu uns gekommenen Ostmärker oder Sudetendeutschen Zustimmung erwarten, wenn man ihm sagt: Ja, Du gehörst jetzt zu [25] Großdeutschland. Den gleichen Prozeß haben wir selbst auch im Altreich durchgemacht. Auch wir haben uns darüber herauszuheben, daß wir nicht mehr Preußen sind, nicht mehr Pommern im Rahmen Preußens, nicht mehr Bayern oder Württemberger oder Hessen, die sich entgegenkommender-gütigerweise zu Deutschland bekennen, sondern daß wir vom Jahre 1933 an — das war die markanteste Einkerbung — Deutsche waren, die von ihren Ahnen her oder durch einen Zufall des Schicksals in Berlin oder in München, in Stuttgart oder in Königsberg geboren sind. Ich bin der Letzte, der den Wert der stammesgebundenen Tradition und diese unendlich kostbare Vielfalt des deutschen Lebens und der deutschen Stämme verneint; ich gehöre zu denen, die diesen Reichtum und diese Mannigfaltigkeit durchaus bejahen. Aber über all dem mußte stehen: zuerst sind wir Deutsche, geboren und aus irgendeinem Stamm herausgewachsen. Genau so mußte es nach dem Jahre 1938 sein. Wir Altreichsdeutschen können nicht sagen: Ja, die Ostmärker — — —. Nein, wir Großdeutschen aus Berlin oder aus Graz, wir Großdeutschen aus Königsberg oder aus Klagenfurt, wir Großdeutschen aus München oder aus Wien; wir Großdeutschen.
Nun geht es mit Riesenschritten in einem atemberaubenden geschichtlichen Tempo zur nächsten Entwicklung. Sie steht am Ende dieses Krieges, und es wird ein großes und schönes und schweres Problem sein: daß wir aus dem Großdeutschen herauswachsen und in kurzer Zeit, noch in unserem Menschenalter, Germanen sind, die in Deutschland geboren wurden, und daß der andere ein Germane aus den Niederlanden ist. In unseren Divisionen sind wir heute schon so weit. Denn auf dieser Ebene, in dieser besseren Ordnung läßt sich — zwar nicht von heute auf morgen — im Ringen um den einzelnen Menschen und im Gewinnen der Gedanken und der Herzen jeder anständige Germane jüngerer Art einordnen. In der Glut und im Ausglühen des Krieges ist die Division „Wiking”, die zwei Jahre alt ist, bereits zu einer rein germanischen Einheit zusammengeschmolzen. In der Division „Nordland”, die sich aus den bisherigen Legionen „Norwegen”, „Niederlande” und „Dänemark” zusammensetzt, ist es jetzt so, daß norwegische Unteroffiziere, norwegische Unterscharführer unsere siebenburgischen Rekruten, die Deutschen aus Rumänien, ausbilden. Wir sind heute bereits so weit, daß — und dies war der schwerste Schritt —, jedes Jahr — ich sprach bereits darüber — aus jedem Kursus 400 germanische Offiziere in das ⚡︎⚡︎-Kührerkorps treten, also im Jahr 800. Es sind zum Teil frühere Offiziere, sie sind am schwersten umzubilden. Denn [26] ein nicht gut erzogener oder ein lasch erzogener Offizier oder ein lasch erzogener Mann ist viel schwerer zu etwas umzuformen, als einer, der noch keine militärische Ausbildung erhalten hat. Immerhin haben wir aus diesen Menschen eine bemerkenswerte Anzahl von Bataillonskommandeuren gewonnen und diesen Bataillonskommandeuren untersteht der deutsche Kompaniechef, ebenso wie der norwegische und der dänische Kompaniechef. Wir haben in Kompanien mit einem dänischen Kompaniechef deutsche Zugführer und norwegische Zugführer. Meine Herren, so schwer dies im Anfang auch aussieht, es geht! Und hier sind wir weit voran der politischen Entwicklung auf dem Wege des natürlichen Lebens, in einer Entwicklung, die so unerhört erfreulich und positiv ist.
Ich gehe nun in der Schilderung der einzelnen Hauptämter der ⚡︎⚡︎ weiter:
Das Reichssicherheitshauptamt. Ihm untersteht die Geheime Staatspolizei, die für die politische Sicherheit zu sorgen hat; die Kriminalpolizei, der die kriminelle Seite obliegt; der Sicherheitsdienst im Innern und Aeußern, der Nachrichtendienst, der SD. Dieses Hauptamt ist die Arbeit Heydrichs, die Sie hier und da einmal sehen können —, also wenn es ein Glückszufall erlaubt, etwas zu veröffentlichen, sei es der Fall Venloe, oder sei es eine an sich nicht so schwierige Angelegenheit wie die Befreiung Mussolinis. Ueber den größten Teil dieser Arbeit kann man nicht reden, und er beansprucht doch so unendlich viel Nerven und verlangt no viel Charakter. Darüber einmal zu sprechen wäre eine Aufgabe für sich.
Ich komme nun zum nächsten Amt: dem Rasse- und Siedlungshauptamt-⚡︎⚡︎. Sein Aufgabengebiet habe ich vorhin schon einmal gestreift. Es ist die Pflege der Sippe. Heiratsgenehmigung, die Fürsorge für unsere Sippe. Dem Hauptamt ist die Pflege der einzelnen wertvollen Glieder unseres Ordens anvertraut. Wir gehen dabei so weit: Für die Familie eines jeden Gefallenen wird — das habe ich durch ein Ordensgesetz bei Beginn des Krieges festgelegt — sofort eine Patenschaft übernommen. Es braucht die Witwe eines Gefallenen niemals selber auf das Versorgungsamt gehen. Den ganzen umständlichen Kram auf den Büros — für Frauen immer eine unangenehme Sache — nimmt ihr die Kameradschaft der ⚡︎⚡︎, der Pate der Familie ab. Die Familie eines Gefallenen wird zu Weihnachten genau so beschenkt als wäre der Mann noch am Leben. Weil er nicht mehr unter uns weilt, übernimmt die verschworene Gemeinschaft der Sippe die Umsorgung. Wir kümmern uns um jedes Kind, wir kümmern uns wirklich um jede Sorge. Dies [27] mag vielleicht auch ein Grund dafür sein, daß die Männer bei uns viel leichter sterben. Daß die Familie eines Gefallenen versorgt wird, weiß jeder Deutsche. Daß sie aber auch seelisch weiter eine Heimat besitzt, ist unerhört ausschlaggebend: und das wissen unsere Männer.
Zwei weitere Hauptämter kann ich nur mit Namen nennen; denn sie sind allgemein: Das ⚡︎⚡︎-Personalhauptamt. Der Persönliche Stab RF-⚡︎⚡︎.
Das ⚡︎⚡︎-Führungshauptamt ist das nächste große Hauptamt. Es ist praktisch, wenn Sie es so wollen, mein zentraler Stab, mein Generalstab für die Waffen-⚡︎⚡︎. Diesem Hauptamt ist die vormilitarische und die militärische Ausbildung der ⚡︎⚡︎ anvertraut.
Das Hauptamt ⚡︎⚡︎-Gericht ist Führungsstelle und höchste Instanz für die Strafgerichtsbarkeit der ⚡︎⚡︎ und Polizei.
Dann das Hauptamt Ordnungspolizei, aus dessen Arbeit ich vorhin schon berichtete; die Ordnungspolizei, die Gendarmerie, die Feuerschutzpolizei, die Technische Nothilfe, die Wasserschutzpolizei; dann die Luftschutzpolizei, die freiwillige Feuerwehr, die Land- und Stadtwacht, dieses Aufgebot der letzten wehrfähigen Männer, an alten Bauern, an braven u.k. [unabkömmlich] gestellten Männern in Stadt und Land, diese Organisation, mit der wir den letzten Menschen auf die Straße bringen können, um Deutschland zu sichern. Alle diese Organisationen unterstehen dem Hauptamt der Ordnungspolizei, dem Chef der Ordnungspolizei.
Weiter: Das ⚡︎⚡︎-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt. Ich habe die Wirtschaft vorangestellt, denn — es sei mir die Bemerkung erlaubt — das Wort „verwalten” besagt in meinen Augen nicht sehr viel; meine Herren, man verwaltet etwas, das ein anderer geschaffen hat, das schon vorhanden ist. Regieren, das gilt für die Verwaltung, wie es bisher immer hieß, für die „innere” Verwaltung. Es heißt: Regierungspräsidium, Regierungspräsident. Der Regierungsrat, er soll Ordnung halten. Genau so, wie man bei uns in Bayern sagt: der Bauer regiert seinen Hof, oder: die Bäuerin regiert in der Küche und im Stall, genau so müssen wir uns darüber klar sein, daß mit dem Wort, mit dem Begriff „verwalten” nichts getan ist. In diesem Sinne hieße verwalten: Er hat seine Sache gut gemacht, wenn nichts aus der Kasse gestohlen wird, wenn die Einnahmen und die Ausgaben, so wie der liebe Gott oder die Organisation des Staates es mit sich bringt, herein- und herausfließen. Wirtschaften dagegen — bewußt habe ich in meinem wirtschaftlichen Hauptamt dieses Wort vorangestellt; es heißt [28] Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt — heißt also: Werte schaffen, etwas schöpferisch gestalten. In diesem WirtschaftsVerwaltungshauptamt gibt es einige große Aufgabengebiete, mit denen wir uns befassen. Ich habe ihm die Konzentrationslager unterstellt; ein Begriff, der Ihnen bekannt ist und über den schon manches gesprochen worden ist. Die politischen Häftlinge sind hier wirklich in der Minderzahl. Wenn ich nach dem Kriege die Zahl der politischen Häftlinge einmal bekanntgeben darf, dann werden Deutschland und die Welt sehr staunen darüber, wie gering sie ist. Den größeren Teil machen kriminelle deutsche Verbrecher aus, also Menschen, die fünf bis sechs leichtere oder drei schwere Vorstrafen haben. Es sind also im allgemeinen Menschen, die fünf bis sechs Jahre im Zuchthaus gesessen haben. Wenn der Mann also ein Gewohnheitsverbrecher ist, wenn er das erste Mal eine Zuchthausstrafe von einem Jahr verbüßt hat, dann wieder zu 2½ Jahren Zuchthaus verurteilt worden ist, nach Verbüßung dieser Strafe dann zum dritten Male das gleiche Verbrechen begeht, dann bin ich der Ansicht: der Mann bleibt. Denn ich denke gar nicht daran, nutzlose Dinge zu machen. Ich denke gar nicht daran — es war mein schwerster Kampf im Jahre 1934 —, wegen unsinniger Paragraphen Dinge laufen zu lassen, die der normale Menschenverstand für unvernünftig erklärt. Wenn ich weiß, daß einer immer wieder einbricht, dann müßte ich ein Narr sein, wenn ich ihn nach seiner dritten Strafe aus dem Zuchthaus wieder herausließe, denn ich weiß genau, daß er sich schon im Zuchthause mit diesem und jenem Gauner besprochen hat, daß er schon im Zuchthause die Werkzeuge hat organisieren lassen, und daß er acht Tage nach seiner Entlassung den nächsten Einbruch begehen wird. Bis zu diesem Zeitpunkte aber, da ich ihn dann wieder erwische, verübt er weitere Einbrüche; denn so schnell faßt man einen so gewiegten alten Jungen nicht. Ich kann ihm dann Dutzende von Beamten nachschicken. Dabei riskiere ich selbstverständlich auch das Leben dieser Beamten, weil ja Verbrecher sehr willensstarke Leute sind, sehr energische Leute, so sehr sie auch auf anderen Gebieten triebhaft handeln. Oder glaubt jemand — hier sammelte ich meine Erfahrungen — daß es richtig ist, einen Sittlichkeitsverbrecher, der bereits fünfmal oder sechsmal ein Kind vergewaltigt hat, jedesmal von Neuem, wenn er seine Strafe abgesessen hatte, frei herumlaufen zu lassen und zu warten, bis er das nächste Kind mißbraucht hat? Es war im Jahre 1935, da ließ ich einen Mann, der schon fünfmal wegen dieses Verbrechens vorbestraft war, einsperren. Den Mann können wir nicht hinter Schloß und Riegel setzen, sagte darauf einer meiner Bekannten, das ist [29] Freiheitsberaubung; wenn wir ihn einsperren lassen, dann werden wir bestraft. Ich erwiderte: Haben Sie Kinder? Zeigen Sie doch einmal die Bilder. Das Foto zeigte ein nettes Töchterchen von 8 oder 9 Jahren. Ich fragte ihn: Was würden Sie tun, wenn Ihrem Kinde das passierte? Antwort: Ja, den Kerl schieße ich tot. Ich sagte: Halt! Wenn Sie ihn totschießen, werde ich Sie anklagen wegen Mordes. Da bin ich nun einmal der Paragraphenmann. Darauf erwiderte er: Ja, ja, das ist mir aber ganz gleichgültig. Und ich sagte: Und dann sind Sie dem Staate furchtbar dankbar und sagen: Was ist der Staat doch gerecht; dieser Bursche hat schon fünf Kinder ruiniert; es ist ganz gerecht, daß er auch noch das sechste ruiniert?! Nein! Von heute ab mögen sich die Justizminister aufregen, von heute ab werden die Leute eingesperrt und sie kommen nicht mehr heraus. Denn die Freilassung eines solchen Halunken kann man vor keiner deutschen Mutter, vor keinem deutschen Vater und vor keinem deutschen Kinde verantworten. Meine Herren, mit dieser sehr natürlichen und sehr einfachen Maßnahme haben wir in Deutschland die Kriminalität bis zum Jahre 1941 — im ersten Vierteljahr 1942 ebenfalls noch — auf den niedrigsten Stand seit Bestehen des Deutschen Reiches herabgedrückt. Trotz des Krieges! Jetzt ist sie wieder durch die vielen ausländischen Arbeiter etwas angestiegen. Dabei hatten wir früher auch schon eine Menge ausländische Arbeiter. Dennoch besaßen wir die niedrigste Kriminalität der Welt. Deshalb nehme ich für mich in Anspruch: es ist für uns von großem Nutzen, daß wir die Verbrecher nicht frei herumlaufen lassen, sondern in die Lager bringen. Hier lernen sie zum ersten Male in ihrem Leben arbeiten. Außerdem haben wir in ihnen natürlich sehr viele Polen und Russen, und diese sind nun angesetzt zur praktischen Arbeit: im Frieden in großen Ziegelbrennereien, in Granitsteinbrüchen und ähnlichen nützlichen Dingen, und jetzt im Kriege im höchsten Ausmaße in der Rüstungsproduktion, wobei wir feststellen können, daß die Häftlinge infolge der straffen Disziplin, die gerecht und hart sein muß, das Doppelte bis Dreifache der Arbeitsleistung des ausländischen Arbeiters und die anderthalbfache bis zweifache Leistung des angelernten deutschen Arbeiters erbringen. Dabei arbeiten wir selbstverständlich mit Belohnungen, mit besonderen Zulagen, mit allen psychologischen Dingen, die überhaupt möglich sind; denn es kommt auf den Nutzeffekt für Deutschland an. Interessant ist dabei: Das „Unteroffizierskorps” für diese ausländischen Arbeiter, die ja den größten Teil ausmachen, wird von den deutschen Berufsverbrechern gestellt. Das sind die Kapos. Und es gibt unter ihnen unerhört energische Männer; [30] tragische Fälle; alte Soldaten aus dem Weltkriege, manche mit dem E.K. I., die ich nicht freilassen kann, weil sie eben fünf Bandendiebstähle begangen haben. Wenn man ihnen einmal die Freiheit gegeben hätte, dann kämen sie bald wieder. Es ist sonst ein braver Mann. Aber wie mancher das Zigarettenrauchen nicht lassen kann und andere irgendein Rauschgift nicht entbehren können — in dem Augenblick der Freiheit geht er mit derselben Energie, mit der er jetzt seine Polen und Russen antreibt, auf die Geldschränke los. Diese Leute sind hier als Führungselemente eingegliedert und halten dieses ganze Untermenschenpack in Ordnung, und die Ordnung ist eine sehr gute. Daß wir in Deutschland trotz der Bombenangriffe, trotz der Verdunkelung keine steigende Kriminalität hatten, das danken wir einesteils den Gesetzen, die der Führer im Jahre 1939 in größter Schärfe erlassen hat, durch die das Ausbreiten von Handtaschendiebstählen, nächtlichen Beraubungen und Ueberfällen verhindert wurde, andererseits der Tatsache, daß diese Elemente hinter Schloß und Riegel sitzen. Bemerkenswert ist hier, daß wir bei den großen Luftangriffen auf Berlin insgesamt 69 Plünderungsfälle zählten. Für eine Viermillionenstadt ist das relativ sehr wenig. Nach meiner Kenntnis haben sich in London mehr derartige Fälle ereignet.
Wir befassen uns in diesem Wirtschafts-Verwaltungshauptamt auch mit allen Fragen der Ernährung, mit der Ernährungsreform. Wir haben auch einen 300 ha großen Garten angelegt, in dem alle Heilkräuter, die es in unserem deutschen Vaterlande gibt, wachsen. Es werden dort jedes Jahr 1½ Millionen Gladiolen angebaut, die die besten Vitamin-C-Träger sind, aus denen Suppenpulver und ähnliches gewonnen wird. Wir befassen uns überhaupt insgesamt sehr stark mit der Frage der Truppenernährung, um den Männern eine gesunde, anständige Kost zu bieten. Es ist eine Ehrenangelegenheit für jeden Wirtschafts-Verwaltungsführer — des sonstigen Zahlmeisters im Bataillon —, daß er das warme Essen zu seinem Bataillon vorbringt. Es kann eine Absetzung noch so schwierig sein — das ist seine Ehrenangelegenheit, wie es die Ehrenangelegenheit des Geschützführers ist, daß er sein Geschütz zurückbringt, wie die Ehre des Panzergrenadiers, die steht und fällt damit, ob er seinen Panzer zurückbringt, außer er wird ihm unter dem Leibe oder sonst zusammengeschossen. Genau so haben wir unsere Wirtschaftsführer erzogen. Ihre Laufbahn ist ähnlich wie bei Ihnen in der Marine: Der Wirtschaftsverwaltungsführer ist ein vollgültiger ⚡︎⚡︎-Führer, ein Offizier wie jeder andere. Er wird bei uns auf den Junkerschulen erzogen. Und wenn heute ein Kompaniechef ausfällt, [31] dann kann ein Arzt, der ebenso erzogen ist, oder ein Verwaltungsführer die Kompanie übernehmen. Außerdem hat es den Vorteil: derjenige, der selber praktischer Truppier war, weiß ganz genau, wie eine Kompanie aussieht, wenn sie im russischen Winter drei Tage lang nichts Warmes zu essen erhalten hat. Diese Mängel kennt er am allerbesten.
Es kommen noch zwei Gebiete, auf denen ich der ⚡︎⚡︎ Aufgaben gestellt habe: die Frage der gesamten Siedlung und der volksdeutschen Rückwanderung. Dafür sind zwei Hauptämter geschaffen. Das eine ist die Volksdeutsche Mittelstelle. Sie hat als Behörde, als Stab des Reichsführer-⚡︎⚡︎, die Führung aller deutschen Volkszugehörigen auf der Welt. Sie kennen diese Wanderungsbewegung. Wir haben jetzt einen Teil, rund 300 000 Volksdeutsche aus Rußland, die in den geräumten Absetzungsgebieten wohnten, zurückgeholt. Wir siedeln sie nun in der Gegend um Bialystok an und schaffen damit einen ersten großen Beitrag zur Eingliederung dieses neuesten. Regierungsbezirks Ostpreußens, des Regierungsbezirks Bialystok als deutsche Grundlage. Wir haben noch deutsche Volksgruppen in Rumänien mit 550 000 Köpfen, von denen sich bei der letzten Aktion 52 000 Männer freiwillig gemeldet haben, nachdem rund 3000 schon gefallen sind und rund 8000 noch in der rumänischen Armee stehen. Diese Siebenbürger Sachsen sind ein so unendlich anständiger Volksstamm, die in der freiwilligen Meldung 10% und insgesamt rund 14% ihrer Kopfzahl an Bevölkerung, also 28% der Männer unter den Waffen haben. Dann die Volksgruppe Ungarn, die Volksgruppe Slowakei, die Volksgruppe Serbien mit 30 000 Köpfen, eine Volksgruppe Kroatien, ferner noch eine Volksgruppe in Dänemark, in Nordschleswig; schließlich die bisher unter sehr schwierigen, jetzt unter sehr angenehmen Verhältnissen lebende Volksgruppe Südtirol, von der immerhin noch rund 160 000 Köpfe in Tirol geblieben sind. Die Auswanderung ist in den letzten zwei Jahren sehr langsam vor sich gegangen ... Außerdem leben in Süd- und Nordamerika, in Kanada und Australien, schätzungsweise zwischen fünf und acht Millionen Deutsche. Von diesen Deutschen nach dem Kriege zu gewinnen, was überhaupt nur möglich ist, sehe ich als eine unendlich wichtige Aufgabe der Partei an. Hier werden Sie aber von mir nie erleben, daß wir auf dem Wege einer offiziellen Organisation des Staates oder der Partei etwas unternehmen. Wir machen es auf einem anderen Wege. Wir gehen so vor, wie sie hinübergewandert sind: der Bruder holt den Bruder, der Mann holt die Braut nach, die Braut holt ihren Vater, ihren Bruder. Ein Teil der Sippe sitzt ja hüben. Und so, wie der Vater herausgezogen und abgespult wurde, so hoffe [32] ich, daß wir viele Fäden wieder werden aufspulen können. Das Wichtigste wird sein, daß wir es sehr klug und sehr beharrlich anfangen.
Dann das Stabshauptamt des Reichskommissars für die Festigung deutschen Volkstums — das Hauptamt, dem die Siedlungen, die Ansetzungen unterstehen. Es war immerhin eine Leistung, in vier Kriegsjahren von 700 000 eingewanderten Deutschen rund 550 000 in den Ostprovinzen, im Warthegau, in Westpreußen und in Oberschlesien ansiedeln zu können. Der Warthegau, von dessen ursprünglich 4,5 Millionen Einwohnern nur 350 000 Deutsche waren, hat heute 1 Million Deutsche. Also etwa jeder Fünfte ist Deutscher. Die Stadt Posen hatte noch rund 30 000 Deutsche, heute sind es 85 000, und die Städte haben, insgesamt gesehen — an manchen Stellen auch schon die Landschaft, die Städte aber auf jeden Fall — wieder ein einigermaßen deutsches Gesicht bekommen.
Das letzte Hauptamt: Nationalpolitische Erziehungsanstalten, deren Förderer und deren Pate — möchte ich sagen — die ⚡︎⚡︎ ist. Vor zwei Jahren waren es noch vierzehn. Damals erhielt ich vom Führer den Befehl, die Zahl der nationalpolitischen Erziehungsanstalten in Zusammenarbeit mit dem Reichserziehungsminister auf 100 zu erhöhen. Wir haben jetzt etwas über 40 Anstalten, und es wird unsere Aufgabe sein, sofort nach Beendigung des Krieges die noch fehlenden 60 aufzubauen und damit in diese Form der Erziehung zusammen mit den Adolf-Hitler-Schulen das Beste un deutschen Jungen und Mädels aufzunehmen und in dieser vielseitigen, harten, germanischen Erziehung heranzubilden, so daß jedes Jahr rund 2500 bin 300 Abiturienten von den nationalpolitischen Erziehungsanstalten als Jungmannen kommen.
Ich darf nun zum Schluß kommen und möchte hier eine vielleicht für uns Deutsche insgesamt geltende Bemerkung machen. Ich habe es in der ⚡︎⚡︎ für wichtiger gehalten, Gewohnheit und Sitte einzuführen, als viele Dienstvorschriften. Dies liegt auch dem germanischen Menschen mehr. Es liegt ihm mehr, zu wissen: das tut man, und das tut man nicht; ein anständiger Mann handelt so und nicht anders. Es gibt viele Dinge, die nach dem Paragraphen anders bestimmt sind. während unser Ehrengesetz — nicht Kodex — im Innern eine andere Lösung erfordert. Insgesamt haben wir uns in der ⚡︎⚡︎ bemüht, die Männer auszurichten auf ein fernes Ziel. Die Entwicklung vollzieht sich in Jahrtausenden. Sie kommt von den Jahrtausenden und geht in die Jahrtausende, Sowie man diese große Straße überblickt, ist der augenblickliche Monat nicht so furchtbar [33] drückend und wichtig. Man weiß: es ist jeder Kilometer dieses Weges ausschlaggebend; denn wenn er nicht zurückgelegt wird, ist die Straße unterbrochen und der Weg zu Ende. Aber es ist nicht so, daß wir den Kilometer — sprich: den Monat —, den wir gerade gehen, so furchtbar mitleidig mit uns selbst gehen müßten, daß wir sagen müssen: „So hart wie wir, hat es noch niemand gehabt; das stehen wir kaum durch, und ob wir das erreichen werden, ist noch sehr die Frage.” Andere Zeiten haben es mindestens genau so schwer gehabt wie wir. Wir sollen uns nicht immer selbst bemitleiden. Wir sollen uns nicht einbilden, daß wir es besonders schwer hätten. Wir sind mit den Ausdrücken: die schwerste Schlacht, der größte Kampf der Weltgeschichte, der schlimmste Krieg, ein Opfer, das es überhaupt noch nie gegeben hat — mit all diesen — nehmen Sie es mir nicht übel — Redensarten und Sprüchen, sind wir sehr freigebig. Wenn man in die Vergangenheit blickt und in die Zukunft sieht, dann sind wir nicht so entsetzlich wichtig. Wir überschätzen uns. Wir haben nur unsere Pflicht zu tun. Niemals auf den Boden schauen oder in unser eigenes Kämmerchen, in unsere zerstörte Wohnung oder in den Bataillonsabschnitt, der gerade schwer angegriffen wird, sondern wir haben das Ganze zu sehen. Wenn ein Verband von Männern weiß: Einmal liegt unsere Garnison auf dem Ural: wann, wissen wir noch nicht genau; aber einmal ist der Russe ausgeblutet, einmal ist dieses Schwein abgestochen; einmal geht auch bei ihm der Mensch aus, und dann klappt, wie immer, der Slawe — man braucht nur die Nerven über den Untermenschen zu behalten — zusammen. Und dann wäre es doch gelacht, wenn wir als Germanen nicht dasselbe könnten, was diese lächerlichen Russen in Jahrhunderten mit ihren Kosaken konnten, indem sie bis zum Ural hinaus durch ganz Sibirien bis an das gelbe Meer vorstießen. Wir werden das genau so können. Bei unseren Gegnern beginnen jetzt die Schwierigkeiten. Eine Zeitlang war das Gesetz der Zeit gegen uns. Da hat die Zeit gegen uns gearbeitet. Wir haben jetzt den schwierigsten Punkt überwunden. Denn jetzt beginnt die Zeit gegen den Feind zu arbeiten. Jetzt wird der Krieg für die Herrschaften lang. Denn auch Amerika geht jetzt in das dritte Kriegsjahr, und ein England, das gar nicht so richtig weiß, warum es kämpft, geht in das fünfte Kriegsjahr. Auch bei den Leuten wird einmal die höchste Stufe erreicht, wo es dann höher nicht mehr geht. Und dann wird klar: Es kommt nur darauf an, daß wir stehen und dann wieder zurückschlagen; daß wir nie die Nerven verlieren, daß wir nie innerlich abrüsten, nie innerlich uns verloren geben, sondern immer wissen: eines Tages ist der Krieg zu Ende; eines [34] Tages kann einer von den anderen nicht mehr; eines Tages brechen sie auseinander; eines Tages, wenn wir bis zum Kriegsende am längsten ausgehalten haben, ist dann Frieden. Und wenn der Friede eingezogen ist, dann ist der Lohn da; dann wird das Reich gestaltet; dann sind wir die Ordnungsmacht Europas. Dann fällt die feindliche Koalition wie Zunder auseinander, und dann, meine Herren, dann erst beginnt unsere bessere Zeit. Dann werden wir die Erntewagen in die Scheunen fahren. Wir brauchen nur, glaube ich, anständige Kommandeure, anständige Offiziere und anständige Soldaten. So, wie jeder ein Vorbild hat, brauchen wir auch ein Vorbild für unsere Männer, ein Vorbild, das uns mahnt, niemals schwach, sondern hart gegen uns selbst zu sein, bis zum letzten wahrheitsliebend in dem, was wir sagen und in dem, was wir wollen, niemals den Glauben verlierend. Und wenn es einmal schwer ist: in die Ferne zurücksehend, von deren Blickfeld rückwärts, werden wir dann das heutige Leid als ganz kleinen Zeitabschnitt betrachten. Und wenn wir uns diese geschichtlich notwendige Entwicklung vor Augen halten, wenn wir den Wert unseres Blutes erkennen, wenn wir den Untergang oder den Niedergang bis zum Dreißigjährigen Kriege, und wenn wir uns dann den Wiederaufstieg von Preußen-Großdeutschland — Germanisches Reich und europäisches Staatengebilde ansehen mit der heiligen Aufgabe, unser Blut zu mehren, die Volksgrenze um Hunderte von Kilometern nach dem Osten hinauszuschieben, die deutsche Interessengrenze um Tausende von Kilometern zu versetzen, damit sich unsere Enkel und Urenkel sicherer des Feindes erwehren können, wenn dieser einst wieder kommt — in diesem Blickfeld und in diesem Gesetz, in der Erkenntnis diesen Gesetzes von dem Auf und Ab, von dem Aufstieg, in dem wir uns jetzt befinden, und in dem berechtigten Erkennen der Werte, die in uns sind an Können, Tapferkeit, Anständigkeit, Treue und Gehorsam, da wissen wir: Es kann gar nicht anders sein, als daß wir die Besseren sind in diesem Ausleseprozeß und daß die anderen verlieren, daß wir übrig bleiben und die anderen untergehen.
Das Schicksal, der Herrgott hat uns in Jahrtausenden einmal das Genie, einmal einen Führer gesandt. Eine Rasse, die er aussterben lassen will, begnadet er nicht mit einem Führer. Wir haben ihn, und wir, seine Offiziere, seine Kommandeure, seine Generale und Admirale, wir wollen uns würdig erweisen in germanischer Treue und in nicht zu überbietender Tapferkeit und Fähigkeit; wir wollen zeigen, daß wir würdig sind, diesen Führer zu haben und unter ihm dienen zu dürfen. Heil Hitler! [35]
Großadmiral Dönitz:
Lieber Reichsführer! Ich muß Ihnen danken für Ihre außerordentlich eindrucksvollen Ausführungen. Sie wissen, wie ich mich Ihnen verbunden fühle. Ich bin überzeugt, daß wir alle sehr gelernt haben. Wir können von Ihnen viel lernen in der Härte der Auffassung der Dinge dieses Krieges, vor allen Dingen aber in der zum Nutzen unseres deutschen Volkes unerbittlichen Konsequenz, die Sie zum Leitstern Ihres Handelns sich gesetzt haben.