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DE108.28 Rhein: Difference between revisions

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===Fußnoten===
 
'''[/87]''' Meine Fahrt ist den Rhein entlang gewesen, dieses Ufer aufwärts, '''[88]''' die andere Seite entlang abwärts. Je höher ich hinaufkam, um so ärmlicher erschienen mir die Menschen. Überall in dem Rhein hatte man Ausleger<ref>Wahrscheinlich geflochtene Horden, eine Buhnenart.</ref> gemacht. Der Sand, der sich darin sammelte, wurde mit Wasser über Schafsfelle gegossen, um Gold zu gewinnen. Aber die Mädchen trugen davon keine goldenen Kronen<ref>An Stelle des urgermanischen symbolischen Kopfschmuckes, des »Hauptbandes«, altfri. ''havedband, hafdband'' wird erst in nachchristlicher Zeit von den Römern die ''»corona«'' als Wort und Abzeichen übernommen.</ref>. Es waren ehemals deren mehr gewesen, aber seit wir Schonland verloren hatten, sind sie nach den Bergen gegangen. Dort schürfen sie Eisenerde, wovon sie Eisen machen.
 
Oberhalb des Rheines, zwischen dem Gebirge, da habe ich Marsaten gesehen. Die Marsaten sind Menschen, die in den Maren<ref>Fri. ''mar'' bedeutet »Teich«, »Sumpfsee«, »Wassergraben«.</ref> wohnen. Ihre Häuser sind auf Pfählen gebaut. Das ist wegen des wilden Getieres und der bösen Menschen. Da gibt es Wölfe, Bären und schwarze greuliche Löwen. Und sie sind die Stammnachbarn oder Angrenzenden der nahen Krekaländer<ref>Italien.</ref>, der Kelta-Anhänger und der verwilderten Twisker, alle gierig nach Raub und Beute. Die Marsaten erhalten sich mit Fischen und Jagen. Die Häute werden von den Frauen verarbeitet und zubereitet mit Rinde von Birken. Die kleinen Häute sind sehr weich, wie Frauenfilz. Die Burgmaid von Fryasburg sagte uns, daß sie gute, einfältige Menschen wären. Doch hätte ich sie dies nicht vorher sagen hören, so würde ich meinen, daß dieselben keine Fryas, sondern Wilde wären : so dreist sahen sie aus. Ihre Felle und Kräuter werden von den Rheinbewohnern eingehandelt und durch die Schiffe ausgeführt.
 
Die andere Seite entlang war es desgleichen bis zur Lydasburg. Da war eine große Flete. Auf dieser Flete waren auch Menschen, die Häuser auf Pfählen hatten. Aber das war kein Fryas-Volk, sondern schwarze und braune Menschen, die als Ruderer gedient hatten, um den Außenfahrern nach Hause zu helfen. Sie mußten dort bleiben, bis die Flotte wieder wegzog.
 
Zuletzt kamen wir nach dem Alderga. Am Südhafenkopf steht die Waraburg, ein Steinhaus; darin werden allerhand Muscheln, '''[89]''' jedwegliche Waffen und Kleider verwahrt, aus fernen Landen von den Seefahrern mitgebracht. Ein Viertel von dort ist das Alderga, eine große Flete, umrandet von Scheunen, Häusern und Gärten, alles reichlich geschmückt. Auf der Flete lag eine große Flotte bereit, mit Fahnen von allerhand Farben. Auf Fryastag hingen die Schilde um die Schiffsborde herum, welche blinkten wie die Sonne. Die Schilde des Weißkönigs und des Schultes-bei-Nacht waren mit Gold umbortet. Hinter der Flete war eine Gracht gegraben, welche von dort längs der Burg Forana und weiter mit einem engen Mund in die See auslief. Für die Flotte war dies der Ausgang und das Fly der Eingang. An beiden Seiten der Gracht sind schöne Häuser, mit hellblinkenden Farben bemalt. Die Gärten sind mit immergrünen Hagen umzäunt. Ich habe dort Frauen gesehen, die Filzgewänder trugen, als ob es Schreibfilz wäre. Wie zu Staveren, waren die Mädchen mit goldenen Kronen auf ihrem Haupte und mit Ringen an den Armen und Füßen geschmückt.
 
Südlich von Forana liegt Alkmarum<ref>Alkmaar in Nordholland.</ref>. Alkmarum ist eine Mare oder Flete, darinnen eine Insel liegt: auf der Insel müssen die schwarzen und braunen Menschen verweilen, gleich wie zu Lydasburg. Die Burgmaid von Forana sagte mir, daß die Burgherren täglich zu ihnen gingen, um sie zu lehren, was echte Freiheit sei, und wie die Menschen in Minne leben sollten, um Segen von Wraldas Geist zu gewinnen. War einer dabei, der hören wollte und begreifen konnte, so wurde er dabehalten, bis er ausgelernt hatte. Das wurde getan, um die fernwohnenden Völker weise zu machen und um überall Freunde zu gewinnen. Ehedem war ich in den Sachsenmarken auf der Burg Mannagardaforda<ref>Münster in Westfalen.</ref> gewesen. Doch da habe ich mehr Dürftigkeit gesehen als hier Reichtum. Sie antwortete : »So wenn da in den Sachsenmarken ein Freier kommt, um ein Mädchen zu freien, so fragen die Mädchen: Kannst du dein Haus freiwehren wider die geächteten Twiskländer? Hast du schon einen gefällt? Wieviel Wildochsen hast du schon gefangen, und wie viele Bären- und Wolfshäute hast du schon zu Markt gebracht?« Daher ist es gekommen, daß die Sachsmänner den Ackerbau den Frauen überlassen haben; daß von '''[90]''' hundert zusammen nicht einer lesen und schreiben kann. Daher ist es gekommen, daß niemand einen Spruch auf seinem Schilde hat, sondern bloß eine mißförmige Gestalt eines Tieres, das er gefällt hat. Und endlich ist es daher gekommen, daß sie sehr kriegerisch geworden sind, aber zumalen ebenso dumm sind wie das Getier, das sie fangen, und ebenso arm wie die Twiskländer, mit denen sie Krieg führen.
 
Für Fryas Volk ist Erde und See geschaffen. Alle unsere Flüsse strömen in die See. Lydas Volk und Findas Volk werden einander vertilgen, und wir müssen die ledigen Lande bevölkern. In dem Hin- und Umfahren liegt unser Heil. Willst du nun, daß die Oberländer teilhaben an unserem Reichtum und unserer Weisheit, so werde ich dir einen Rat geben. Laßt es den Mädchen zur Gewohnheit werden, ihre Freier zu fragen, ehe sie »ja« sagen : »Wo bist du schon in der Welt umhergefahren? Was kannst du deinen Kindern erzählen von fernen Ländern und von den ferne wohnenden Völkern?«
 
Tun sie also, dann werden die streitbaren Knaben zu uns kommen<ref>d. h. nach Friesland.</ref>. Sie werden weiser und reicher werden, und wir werden dieses schmutzigen Volkes<ref>Dies bezieht sich auf die Hilfsruderer von den Mittelmeervölkern.</ref> nicht weiter bedürfen.
 
Die jüngste der Maiden, die bei mir waren, kam aus den Sachsmarken her. Als wir nun nach Hause kamen, hat sie Urlaub erbeten, um heimwärts zu gehen. Nachdem ist sie dort Burgmaid geworden, und daher ist es gekommen, daß heutzutage so viele Sachsmänner mit unseren Seeleuten fahren.
 
==Fußnoten==
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Revision as of 14:00, 4 September 2024

R. Apollania

6. Beschreibungen

Fahrt entlang des Rheins

108.28

Fußnoten

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