Jump to content

DE195.01 Vorbereitung: Difference between revisions

From Oera Linda Wiki
No edit summary
 
(One intermediate revision by the same user not shown)
Line 5: Line 5:
'''[[195|195.01 [195]]]'''
'''[[195|195.01 [195]]]'''


=={{Version_Wirth}}==
===Fußnoten===
 
'''[/119]''' <small>(Hier ist eine neue, wahrscheinlich größere Lücke in der Handschrift, welche den Anfang der nun folgenden Schrift, vermutlich von einem Enkel des Beeden, enthält.)</small>
 
... darum will ich erst über den schwarzen Adel schreiben. Schwarzer Adel war der vierte König nach Friso. In seiner Jugend hat er zu Texland gelernt, nachdem hat er zu Staveren gelernt, und fürder ist er über alle Staaten gefahren. Als er vierundzwanzig Jahre war, hat sein Vater erwirkt, daß er zum Asega-Heischer gekoren wurde. Da er einmal Heischer war, heischte er immer zum Vorteile der Armen. »Die Reichen«, sagte er, »verüben genug unrechte Dinge mittels ihres Geldes: darum geziemt es uns, dafür zu sorgen, daß die Armen sich nach uns (um Hilfe) umsehen.« Durch diese und andere Redensarten ward er der Freund der Armen und der Schrecken der Reichen. Also arg ist es gekommen, daß sein Vater sich nach ihm richtete. Als sein Vater gestorben war, hat er dessen Sitz erstiegen: da wollte er gleicherweise sein Amt beibehalten, wie es bei den Königen des Ostens üblich ist. Die Reichen wollten es nicht dulden; aber nun lief alles Volk zuhauf und die Reichen waren froh, daß sie mit heiler Haut von der Acht wegkamen. Seitdem hörte man nimmermehr über gleiches Recht reden. Er verurteilte die Reichen und schmeichelte den Armen, mit deren Hilfe er alle Sachen heischte, die seine Zuständigkeit betrafen.
 
König Askar (Heischer), wie er immer geheißen ward, war reichlich '''[120]''' sieben Erdfuß lang, und so groß wie seine Gestalt war, waren auch seine Kräfte. Er hatte einen klaren Verstand, so daß er alles erfaßte, worüber gesprochen wurde: doch in seinem Tun konnte man keine Weisheit spüren. Zu einem schönen Antlitz hatte er eine glatte Zunge: aber noch schwärzer als sein Haar ist seine Seele befunden worden. Als er ein Jahr König war, nötigte er alle Knaben seines Staates, jährlich zu dem Gefechtsspiel zu kommen und dort einen Scheinkrieg zu veranstalten. Erst hatte er damit Schwierigkeiten, aber zuletzt ward es üblich, daß alt und jung aus allen Orten herbeikamen, um zu bitten, ob sie mitmachen dürften. Als er es so weit gebracht hatte, ließ er Kriegsschulen gründen. Die Reichen kamen und beklagten sich, daß ihre Kinder nicht mehr lesen oder schreiben lernten. Askar achtete dessen nicht, aber als kurz danach wieder Scheinkrieg gehalten wurde, stellte er sich auf den Upstal<ref>''Upstal'' = erhöhter Standort, Sprechstand.</ref> und
rief laut: »Die Reichen sind zu mir gekommen, um sich zu beklagen, daß ihre Knaben nicht genügend lesen und schreiben lernen. Ich habe darauf nichts gesagt. Doch ich will hier meine Meinung sagen und die gemeine Acht es bedingen lassen.« Als nun jedermann neugierig zu ihm aufsah, sagte er fürder: »Nach meinem Begriffe soll man heute das Lesen und Schreiben den Maiden und den alten ‘Leuchten’ überlassen. Ich will kein Übles reden über unsere Vorfahren, ich will allein sagen: zu den Zeiten, deren sich manche so hoch rühmen, haben die Burgmaiden Zwiespalt über unsere Lande gebracht, und die Mütter, für und nach, konnten den Zwiespalt nicht wieder zum Lande hinaustreiben. Noch ärger, derweilen sie schwatzten und redeten über nutzlose Sitten, sind die Golen gekommen und haben all unsere schönen Südlande geraubt. Heutzutage sind sie mit unseren entarteten Brüdern und ihren Söldnern schon über die Schelde gekommen. Es verbleibt uns also zu wählen zwischen dem Tragen des Joches oder des Schwertes. Wollen wir frei verbleiben, so geziemt unseren Knaben, das Lesen und Schreiben für jetzt unterbleiben zu lassen und anstatt daß sie auf der Aue zum Spiele sich tummeln, sollen sie mit dem Schwert und dem Speere spielen. Sind wir in allen Teilen geübt und die Knaben rüstig genug, um Helm und Schild zu tragen und Waffen zu handhaben, dann werde ich mich mit eurer Hilfe auf die Feinde werfen. '''[121]''' Die Golen mögen dann die Niederlage ihrer Helfer und Söldner auf unsere Felder schreiben mit dem Blute, das aus ihren Wunden trieft. Haben wir den Feind einmal vor uns hergetrieben, so müssen wir damit fortfahren, bis daß es keine Golen, noch Slawen, noch Tartaren mehr von Fryas Erde zu vertreiben gibt<ref>Für diese letzte Erweiterung, die Erwähnung der Tataren, dürfte wohl der Schreiber des Codex B, Hidde über die Linden, verantwortlich gemacht werden, bei dem die Schlacht an der Walstatt in Schlesien (9. April 1241) allerhand Erinnerungen wachgerufen haben mag. Die Handschrift führt die Form »Tartara«, ein Wortspiel, das Ludwig dem Heiligen von Frankreich (1226-7o) zugeschrieben wird, der sie mit den bösen Geistern des Tartarus verglichen haben soll. Die an verschiedenen Stellen in der Handschrift erscheinenden Slaven oder Slovenen, die im Wortspiel manchmal zu »Sklaven« gemacht werden, dürften bereits in dem Urkodex A so genannt worden sein. Bei Jordanes heißen sie Sclaveni, im mlat. zur Zeit Karls des Sachsenschlächters Sclavi, ein Sprachgebrauch, der bis zum 16. Jahrhundert bestehen bleibt (vgl. Anm. S. 99).</ref>.«
 
»Das ist recht«, riefen die meisten, und die Reichen wagten nicht, ihren Mund zu öffnen. Diese Ansprache hatte er gewiß vorher ersonnen und abschreiben lassen, denn am Abend desselben Tages waren die Abschriften davon bereits in zwanzig Händen, und diese alle waren gleichlautend. Nachdem befahl er den Schiffsleuten, sie sollten doppelte Vorsteven machen, an denen man einen stählernen Kranbogen befestigen könnte. Der dies unterließ, fiel in Buße; konnte jemand schwören, daß er keine Mittel hatte, so mußten die Reichen seines Gaues es bezahlen. Nun wird man sehen, worauf all dies Bahei hinausgelaufen ist.
 
==Fußnoten==
<references />
<references />
{{Kapitelnavigation|normal=DE198.19 Blut|back=DE189.01 Ehrentitel}}
{{Kapitelnavigation|normal=DE198.19 Blut|back=DE189.01 Ehrentitel}}
=={{Titel anderen Sprachen}}==
=={{Titel anderen Sprachen}}==
<span><div class="emoji flag uk"></div> '''[[EN195.01 Preparation]]''' <div class="emoji flag es"></div> '''[[ES195.01 Preparación]]''' <div class="emoji flag nl"></div> '''[[NL195.01 Voorbereiding]]''' <div class="emoji flag no"></div> '''[[NO195.01 Forberedelser]]'''</span>
<span>
:<div class="emoji flag uk"></div> '''[[EN195.01 Preparation]]'''
:<div class="emoji flag es"></div> '''[[ES195.01 Preparación]]'''
:<div class="emoji flag fs"></div> '''[[FS195.01 SWARTE ADEL|FS195.01 <span class="fryas">SWARTE ADEL</span>]]'''
:<div class="emoji flag nl"></div> '''[[NL195.01 Voorbereiding]]'''
:<div class="emoji flag no"></div> '''[[NO195.01 Forberedelser]]'''</span>
 
=={{Template:Ander DE}}==
Kapitel Z: [[Z Wirth|Wirth 1933]]
[[Category:Deutsche Übersetzungen]]
[[Category:Deutsche Übersetzungen]]
__FORCETOC__
{{DEFAULTSORT:^Z. Zeitalter Askar^}}
{{DEFAULTSORT:^Z. Zeitalter Askar^}}

Latest revision as of 13:14, 4 November 2024

Z. Zeitalter Askar

Kriegsvorbereitung

195.01 [195]

Fußnoten

Navigation

DE189.01 Ehrentitel ᐊ vorherige/nächste ᐅ DE198.19 Blut


In anderen Sprachen

EN195.01 Preparation
ES195.01 Preparación
FS195.01 SWARTE ADEL
NL195.01 Voorbereiding
NO195.01 Forberedelser

andere deutsche Übersetzungen

Kapitel Z: Wirth 1933