|
|
| Line 5: |
Line 5: |
| '''[[198|198.19]]''' | | '''[[198|198.19]]''' |
|
| |
|
| =={{Version_Wirth}}== | | ===Fußnoten=== |
| | |
| '''[/121]''' An dem Nordende Britannias, das voll hoher Berge ist, da sitzt ein schottisches Volk, mehrenteils Fryas-Blut, einesteils aber den Keltana-Folgern entsprossen, andernteils den Briten und Geächteten, die allmählich im Laufe der Zeit aus den Zinnlanden hierher geflohen waren. Die aus den Zinnlanden herkamen, haben allesamt fremdrassige Weiber und ausheimisches Dirnengesindel. Sie alle sind unter der Gewalt der Golen, ihre Waffen sind hölzerne Bogen und Stangen mit Spitzen von Hirschhorn oder Flinsstein. Ihre Häuser sind von Schollen und Stroh, und manche wohnen in Berghöhlen. Schafe, die sie geraubt haben, sind ihre '''[122]''' einzige Habe. Aber von den Nachfahren der Keltana-Folger haben manche noch eiserne Waffen, die sie von ihren Ahnen geerbt haben.
| |
| | |
| Um nun recht verstanden zu werden, muß ich meine Erzählung von dem schottischen Volke ruhen lassen und etwas von den nahen Krekalanden<ref>Italien.</ref> schreiben. Die nahen Krekalande haben vorher uns allein gehört, aber seit undenklichen Zeiten haben sich dort auch Nachkommen von Lyda und Finda niedergelassen; von diesen letzten kam ein ganzer Haufe aus Troje. Troje also hat eine Stadt geheißen, die ein Volk der fernen Krekalande eingenommen und zerstört hat. Als die Trojaner in den nahen Krekalanden sich eingenistet hatten, haben sie mit Zeit und Fleiße eine starke Stätte mit Wallen und Burgen gebaut, Roma, das ist Raum<ref>Humanistenetymologie.</ref>, geheißen. Als das getan war, hat das Volk durch List und Gewalt sich in den Besitz des ganzen Landes gesetzt. Das Volk, das an der Südseite der Mittelsee haust, ist mehrenteils von Fhonysja<ref>Phönizien.</ref> hergekommen. Die Fhonysjar sind ein Bastardvolk: sie sind von Fryas Blut und von Lydas Blut. Das Volk von Lyda ist dort als Sklave, aber durch die Unzucht der Weiber haben die schwarzen Menschen all das andere Volk verbastert und braun gefärbt. Dies Volk und das von Roma kämpfen fortwährend um die Herrschaft der Mittelsee. Weiter leben die von Roma in Feindschaft mit den Fhonysjar. Und ihre Priester, die des Erdreiches allein walten wollen, können die Golen nicht sehen. Zuerst haben sie den Fhonysjar Misselja<ref>Marseille.</ref> weggenommen; darnach alle Länder, die südwärts, west- und nordwärts liegen, auch den Südteil Britanniens<ref>Wir befinden uns demnach in der Zeit nach Cäsars Zug nach Britannien, 55 ⁄ 54 v. Chr.</ref>, und alleweg haben sie die phönizischen Priester, das heißt die Golen, verjagt. Daher sind Tausende von Golen nach Nord-Britannien gezogen.
| |
| | |
| Vor kurzem saß da der Oberste der Golen auf der Burg, die geheißen wird Kerenak, das ist Horn<ref>Über ''Kerenak'' vgl. S. 58 und Einleitung Anm. 54, S. 321.</ref>, von wannen er den anderen Golen seine Befehle gab. Auch war all ihr Gold dort zusammengebracht. »Keren herne« oder »Kerenak« ist eine steinerne Burg, die der Kelta gehörte. Darum wollten die Maiden der Nachfahren '''[123]''' der Keltana-Folger die Burg wiederhaben. Also war durch die Feindschaft der Maiden und der Golen Fehde und Zwist über das Bergland gekommen mit Mord und Brand. Unsere Seeleute kamen dort des öfteren, um Wolle zu holen, die sie eintauschten gegen bereitete Häute und Leinen. Askar war öfters mitgewesen; im stillen hatte er mit den Maiden und einigen der Fürsten Freundschaft geschlossen und sich verpflichtet, die Golen aus Kerenak zu verjagen. Als er danach wiederkam, gab er den Fürsten und reckenhaften Männern eiserne Helme und stählerne Bogen. Krieg war mitgekommen, und kurz danach flossen Ströme von Blut an den Abhängen der Berge hernieder. Als Askar meinte, daß das Glück ihm zulachte, ging er mit vierzig Schiffen hin und nahm Kerenak und den Obersten der Golen mit all seinem Golde hinweg. Das Volk, mit dem er wider die Söldner der Golen gekämpft hatte, hatte er aus den Sachsenmarken mit Versprechen großen Heeresraubes und großer Beute gelockt. Darum wurde den Golen nichts gelassen.
| |
| | |
| Nachdem nahm er zwei Inseln als Unterschlupf für seine Schiffe, von wannen er später auszog, um alle phönizischen Schiffe und Städte zu berauben, die er befahren konnte. Als er zurückkam, brachte er fast sechshundert der rüstigsten Knaben des schottischen Bergvolkes mit. Er sagte, daß sie ihm als Geisel gegeben waren, damit er dessen sicher sein könnte, daß ihre Eltern ihm treu verblieben. Aber das war Lug. Er hielt sie als eine Leibwache an seinem Hofe, wo sie täglich unterwiesen wurden im Reiten und Handhaben von allerhand Waffen.
| |
| | |
| ==Fußnoten== | |
| <div class="column_lists">
| |
| <references /> | | <references /> |
| </div>
| |
|
| |
| {{Kapitelnavigation|normal=DE202.06 Reintia|back=DE195.01 Vorbereitung}} | | {{Kapitelnavigation|normal=DE202.06 Reintia|back=DE195.01 Vorbereitung}} |
| =={{Titel anderen Sprachen}}== | | =={{Titel anderen Sprachen}}== |
| <span><div class="emoji flag uk"></div> '''[[EN198.19 Blood]]''' <div class="emoji flag es"></div> '''[[ES198.19 Sangre]]''' <div class="emoji flag nl"></div> '''[[NL198.19 Bloed]]''' <div class="emoji flag no"></div> '''[[NO198.19 Blod]]'''</span> | | <span><div class="emoji flag uk"></div> '''[[EN198.19 Blood]]''' <div class="emoji flag es"></div> '''[[ES198.19 Sangre]]''' <div class="emoji flag nl"></div> '''[[NL198.19 Bloed]]''' <div class="emoji flag no"></div> '''[[NO198.19 Blod]]'''</span> |
| | =={{Template:Ander DE}}== |
| | Kapitel Z: [[Z Wirth|Wirth 1933]] |
| [[Category:Deutsche Übersetzungen]] | | [[Category:Deutsche Übersetzungen]] |
| __FORCETOC__
| |
| {{DEFAULTSORT:^Z. Zeitalter Askar^}} | | {{DEFAULTSORT:^Z. Zeitalter Askar^}} |
Z. Zeitalter Askar
Blutströme
198.19
Fußnoten
Navigation
DE195.01 Vorbereitung ᐊ vorherige/nächste ᐅ DE202.06 Reintia
In anderen Sprachen
EN198.19 Blood ES198.19 Sangre NL198.19 Bloed NO198.19 Blod
andere deutsche Übersetzungen
Kapitel Z: Wirth 1933