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DE067.09 Kelta: Difference between revisions

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Es heißt, daß Kelta auf dem Wasser wie auf dem Lande laufen konnte. So ging sie über das Wasser zum Festland und weiter nach Marseille. Von dort segelte sie mit den Schiffen der Gallier nach Kadik (Gadir) und in alle unsere Außenländer. Als nächstes überfielen sie Britannien. Da konnten sie jedoch keinen festen Fuß fassen, weil die Verwalter die Macht hatten und die Verbannten noch Fryas waren.


'''[/57]''' Kelta, die wie man sagt, ebenso leicht auf dem Wasser wie auf '''[58]''' dem Land zu laufen vermochte, ging nach dem festen Wall und fürder nach Missellja hin. Da kamen die Golen mit ihren Schiffen aus der Mittelsee und befuhren Kadik und unsere Außenland: fürder fielen sie über Britannien her. Doch da konnten sie keinen festen Fuß fassen, weil die Häuptlinge mächtig und die Bannlinge noch Fryas waren. Aber nun kam Kelta und sprach: »Du bist frei geboren und um lützel Vergehen hat man dich zum Ausgeworfenen gemacht, nicht um dich zu bessern, sondern um Zinn zu gewinnen durch deine Hände. Willst du wieder frei sein und unter meinem Rat und meiner Hut leben, zieh dann aus, Waffen werden dir gegeben werden und ich werde über dich wachen.«
Da trat Kelta hervor und sprach: »Ihr wart frei geboren, aber wegen kleinerer Fehler hat man euch zu Ausgestoßenen gemacht. Nicht um euch zu bessern, sondern um durch eure Hände Zinn zu bekommen. Wenn ihr wieder frei sein wollt und unter meinem Rat und meiner Obhut leben wollt, dann zieht aus! Ihr werdet Waffen bekommen und ich werde über euch wachen.« Diese Worte gingen wie ein Lauffeuer über die Länder. Und ehe ein Jahr vergangen war, war sie Herrin über alle Britannier und Thyrier, die in allen unseren südlichen Ländern bis zur Seine lebten.


Gleich Blitzfeuer ging es über die Insel, und ehe des Kroders Jul einmal umgelaufen war, war sie Herrin über allesamt und die Thyrier von allen unseren Südstaaten bis zur Sejene<ref>Seine.</ref>. Weil Kelta sich selber nicht zu sehr traute, ließ sie in dem nördlichen Bergland eine Burg bauen; Keltasburg wurde sie geheißen. Sie ist noch anwesend, aber heißt nun »Keren-ek«<ref>Vgl. S. 321</ref>. Von dieser Burg waltete sie gleich einer echten Mutter, nicht um ihrer Folger willen, sondern über sie, die sich fürder Keltana (Kelten) nannten. Aber die Golen beherrschten allmählich ganz Britannien: das kam einesteils, weil sie nicht mehr Burgen hatte, zweitens, weil sie da keine Burgmaiden und drittens keine echte Lampe hatten.
Weil Kelta sich nicht sicher genug fühlte, ließ sie im nördlichen Bergland eine Burg errichten, [068] die sie Keltasburg nannte. Sie existiert immer noch, aber jetzt heißt sie Kearenek. Von dieser Burg aus herrschte sie wie eine echte Burgmutter, nicht für, sondern über ihre Anhänger, die sich fortan Kelten nannten.


Durch alle diese Ursachen konnte ihr Volk nicht lernen: es wurde dumm und stumpf und endlich von den Golen ihrer eisernen Waffen beraubt und zuletzt gleich einem Bullen bei der Nase herumgeführt.
In Wirklichkeit übernahmen die Gallier nach und nach die Kontrolle über ganz Britannien. Erstens, weil die Kelten mehr als diese eine Burg nicht hatten, zweitens, weil sie dort keine Burgmaiden hatten, und drittens, weil sie keine richtige Lampe hatten. All dies hatte zur Folge, daß ihr Volk nicht lernen konnte. Es wurde dumm und töricht. Schließlich wurde es von den Galliern all seiner Waffen beraubt und zuletzt wie ein Stier mit einem Ring in der Nase herumgeführt.  


==Fußnoten==
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Latest revision as of 09:35, 4 November 2024

L. Zeitalter Minerva

1. Auf Walhallagara

Kelta und die Golen

67.09

Entwurf Wallis

Es heißt, daß Kelta auf dem Wasser wie auf dem Lande laufen konnte. So ging sie über das Wasser zum Festland und weiter nach Marseille. Von dort segelte sie mit den Schiffen der Gallier nach Kadik (Gadir) und in alle unsere Außenländer. Als nächstes überfielen sie Britannien. Da konnten sie jedoch keinen festen Fuß fassen, weil die Verwalter die Macht hatten und die Verbannten noch Fryas waren.

Da trat Kelta hervor und sprach: »Ihr wart frei geboren, aber wegen kleinerer Fehler hat man euch zu Ausgestoßenen gemacht. Nicht um euch zu bessern, sondern um durch eure Hände Zinn zu bekommen. Wenn ihr wieder frei sein wollt und unter meinem Rat und meiner Obhut leben wollt, dann zieht aus! Ihr werdet Waffen bekommen und ich werde über euch wachen.« Diese Worte gingen wie ein Lauffeuer über die Länder. Und ehe ein Jahr vergangen war, war sie Herrin über alle Britannier und Thyrier, die in allen unseren südlichen Ländern bis zur Seine lebten.

Weil Kelta sich nicht sicher genug fühlte, ließ sie im nördlichen Bergland eine Burg errichten, [068] die sie Keltasburg nannte. Sie existiert immer noch, aber jetzt heißt sie Kearenek. Von dieser Burg aus herrschte sie wie eine echte Burgmutter, nicht für, sondern über ihre Anhänger, die sich fortan Kelten nannten.

In Wirklichkeit übernahmen die Gallier nach und nach die Kontrolle über ganz Britannien. Erstens, weil die Kelten mehr als diese eine Burg nicht hatten, zweitens, weil sie dort keine Burgmaiden hatten, und drittens, weil sie keine richtige Lampe hatten. All dies hatte zur Folge, daß ihr Volk nicht lernen konnte. Es wurde dumm und töricht. Schließlich wurde es von den Galliern all seiner Waffen beraubt und zuletzt wie ein Stier mit einem Ring in der Nase herumgeführt.

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