Cornelis Duinker
Cornelis Duinker (Alkmaar 17-3-1892 — Borovnica 28-8-1944, begr. Ljubeljana), gehuwd 1921 te Essen met Charlotte Alida Catherina Harjes (Amsterdam 1895 — Essen 1962), uit welk huwelijk: Marie Jeannette (1922) en Martinus Johan Pieter Cornelis (Martin, 1924-2011) [bron].[1]
Duinker was werkzaam als kringleider van Verdinaso (Verbond van Dietsche Nationaal-Solidaristen) in Essen. Eerder was hij in 1934 actief voor de N.S.N.A.P.-Kruyt (Nationaal-Socialistische Nederlandsche Arbeiderspartij). In het geheime ”Jaarbericht A — Fascistische en Nationaal-Socialistische organisaties” (1936) staat hij vermeld als disctrictleider van de NSP (Nationaal-Socialistische Partij), “een berucht persoon, bekend als schrijver van eenige schandelijke anti-semitische pamfletten”.
Op 3 januari 1935 verscheen een bericht in diverse kranten over een gerechtelijk onderzoek op basis van een nieuw wetsartikel m.b.t. groepsbelediging. Dit n.a.v. een door hem geschreven anti-Joods artikel, gebaseerd op werk van Julius Streicher in Der Stürmer.
In navolging van Wirth, maar dan unverkürzt, maakte hij een Duitse vertaling van de Oera Linda, die echter niet in de smaak viel in de gelederen van SS-Ahnenerbe en vooral bij hun aangewezen onderzoeker Otto Mausser. Publicatie ervan werd dan ook verhinderd (zie m.n. brief 25-9-1938).
In het Ahnenerbe-dossier Ura-Linda-Chronik is de onwenselijkheid van zijn versie een veelbesproken onderwerp.
Ahnenerbe lehnt Übersetzung Duinker ab, 17. Oktober 1938
Bundesarchiv NS 21/815 “Korrespondenz Reichsgeschäftsführer”, scans 1064 und 1066.
[Kopien wurden gesendet an ] 2. Dem Präsidenten zur Kenntnisnahme; 3. Herrn Ernst Precht, Verden/ Aller mit der Bitte um Kenntnisnahme; 4. Akten
17. Oktober 1938
Herrn C. Duinker; Essen; Postfach 476
Sehr geehrter Herr Duinker!
Leider ist es mir nicht möglich, an dem Gutachten über Ihr Manuskript, welches ich am 28.9.38 an den Verleger Ernst Precht sandte, irgendwelche Absstriche vorzunehmen.
1. Wenn Sie das — wie Sie selbst zugeben — schlechte Deutsch Ihrer Übersetzung damit rechtfertigen, dass Sie das Dokument fast wörtlich übersetzt hätten, so ist das nur ein Beweis für die Richtigkeit der in unserem Gutachten gemachten Feststellungen. Es ist doch wohl nicht zweckmässig, ältere germanische Denkmäler, deren Geist und Stil man dem modernen deutschen Leser nahebringen will, in schlechtem Deutsch zu Übersetzen, zumal in einem Deutsch, das stellenweise kaum verständlich ist und den Eindruck erweckt, als wäre der Verfasser der deutschen Sprache nicht mächtig. Ihr Bestreben, eine wörtliche Übersetzung zu liefern, ist durchaus zu loben, deswegen darf aber der Geist der deutschen Sprache nicht beleidigt werden.
Auf Ihren Vorwurf gegen Herman Wirth, er habe das Original nie zu Gesicht bekommen, darf ich mir wohl eine Erwiderung erspraren.
2. Auch Ihre Ausführungen zu II. können mich nicht veranlassen, mein Urteil über Ihre Übersetzung zu ändern, da ich leider ein Eingehen auf die im Gutachten beanstandeten [S.2] Mängel sowohl Ihrer Übersetzung als auch Ihres Kommentars vermisse. Ich verweise auf folgendes als Beispiel. Sie übertragen friesisch lijf, an Stellen, wo es “Leben” bedeutet, mit “Leib”, und vor allem falsch das Präteritopräsens fries. âch, Plur. âgon und Varianten. Ottema übersetzt das fries. Präteritopräsens stets mit behooren im Sinne von nhd. “sich geziemen”. Sie übertragen ständig (die Belege können beigebracht werden) mit “gehören”. In allen einschlägigen Fällen ist fries. âch, âgon und Var. im Nhd. einfach mit “Hat zu, haben zu” und folgendem Infinitiv zu übersetzen. Das ist wortwörtlich und wäre gutes, schlichtes Deutsch. Sie wissen aber offenbar nicht, was das fries. Verb eigentlich bedeutet, und so mühen Sie sich ständig an der holl. Übersetsung mit behooren ab, deren deutschen Sinn Sie ebenso wenig scharf erfasst haben, wie Sie das friesische Zeitwort verstanden. Auch die fries. Konzessivadverbia machen Ihnen ständige Beschwerden.
Die Tatsache allein, dass Sie selbst gebürtiger Friese sind, kann diese Ausstellungen nicht entkräften. Man kann Friese sein und deswegen doch noch lange nicht friesischer Philologe, wie man sehr gut Deutscher sein kann und trotzdem ein sehr schlechter Germanist. Ich bin weit entfernt davon, an Ihrem Idealismus und dem ehrlichen Wollen, mit dem Sie an die Arbeit herangegangen sind, in irgend einer Weise zu zweifeln, aber mit Rücksicht auf die gespannte Lage, von der Sie ja selbst sprechen, lässt es nicht geraten erscheinen, in Sachen der Ura-Linda-Chronik eine Übersetzung zu veröffentlichen, deren Mängel nur wieder von neuem den alten Streit um die Ura-Linda-Chronik entfachen und die wissenschaftliche Arbeit, die seit Jahren um die Rechtfertigung der Ura-Linda-Chronik bemüht ist, zerstören würden. Ich glaube nicht, dass Sie selbst den Gegnern der Chronik auf diese Weise die Waffen in die Hand geben wollen. Vielleicht darf ich Sie bitten, Ihre Arbeit, an der wir gewiss Anteil nehmen, da wir ja mit Ihnen in der Hochschätzung der Ura-Linda-Chronik einig und um ihre Rehabilitierung bemüht sind, doch noch einmal einer Überprüfung zu unterziehen.
Heil Hitler! [gez. Sievers] Reichsgeschäftsführer
Duinker antwortet, 4. November 1938
Bundesarchiv NS 21/563 “Echtheit der Ura-Linda-Chronik”, scans 61-62.
C. Duinker, Postfach 476 — Essen 4 - II [Nov.] - 38
An den Hernn Reichsgeschäftsführer ”Das Ahnenerbe”, Berlin C.2.
Sehr geehrter Herr Siewers! [Sievers]
Von einer längeren Reise zurückgekommen‚ finde ich Ihr schreiben vom 17 v.M. und beeile mich‚ darauf zu antworten.
Sie beanstanden meine Übersetzung des Wortes lif an einigen Stellen mit Leib und meinen‚ dass es an einigen Stellen mit Leben übersetzt werden sollte. Sie werden sicherlich festgestellt haben, dass in der Handschrift für das deutsche Wort Leben auch ein friesisches Wort vorhanden ist und zwar lêva. Aber dieses Wort lêva wird nur in ganz bestimmten Fällen gebraucht. Unsere Ahnen hatten eine ganz andere Auffassung von Leben als wir heute. Sie hatten bestimmt keinen Grund‚ das Wort lif (nicht lyf‚ wie Sie schreiben) ganz willkürlich‚ sowohl für Leib als für Leben zu gebrauchen, weil Ihnen ja das Wort lêva für Leben zur Verfügung stand. Deshalb habe ich auch mit Absicht stets das Wort lif mit Leib übersetzt‚ obwohl wir an manchen Stellen heute das Wort Leben gebrauchen würden.
Und wenn man die Weltanschauung unserer Ahnen richtig studiert und durchdenkt‚ und an Hand davon die Stellen‚ wo sie lif und wo sie lêva gebrauchten‚ gegenüberstellt‚ so kommt man zu der Überzeugung‚ das der Gebrauch dieser beider Worten nicht zufällig oder willkürlich ist‚ sondern dass diese beiden Worte eine ganz andere Bedeutung haben. Sie kannten zwar das Leben und auch der Tot (auf fr. dâd)‚ aber nicht so wie wir‚ als selbständige und vom Körper oder vom Leib trennbare Dinge. Sie betrachteten vielmehr den Menschen mit seinem Leben und seinem Tode als ein geschlosses, untrennbares Ganze‚ als ein Teil des allmachtigen Wesens Wralda (Weltall). Sie sagen in folgendem Satz sehr deutlich: ”Alles, wass wir von Ihm (Wralda) sehen können‚ sind die Geschöpfe, die durch sein Leben (auf fr. Lêva) kommen und wieder fortgehen, denn als Wralda kommen alle Dinge und kehren zu ihm wieder”. Danach ist also die Geburt‚ das Leben und der Tot des Menschen nur eine kleine Unterbrechung und Änderung bei und in der Gestalt des allmächtigen Wralda. Und um diese tiefschürfend Gedankengänge nicht zu verwischen oder zu zerstören‚ habe ich mit Absicht immer das Wort lif mit leib übersetzt. Das sind eben die Gefahren, die an einer freien übersetzung verbunden sind! Mann kann dadurch wohl ein besseres Deutsch bekommen‚ aber meistens gehen dadurch wichtige und kostbare Grundgedanken verloren.
Bei der Übersetzung der fr. Worte ach und achen mit gehören in der Bedeutung von geziemen, habe ich lange nachgedacht. Mit hat zu oder haben zu‚ wie Sie vorschlagen‚ habe ich mich nicht vereinigen können, denn haben zu ist gleich eines Befehls. Wenn man sagst: ”Sie haben einen Brief zu schreiben”, so ist das ein Befehl, während das achen mehr eine Bitte oder einen Wunsch [2] ausdrückt. Meiner Ansicht nach, könnte man das Wort besser mit möchte übersetzen. Ich werde die Übersetzung daraufhin nochmals durcharbeiten und das gehören durch möchten ersetzen.
Auch werde ich an verschiedenen stellen den Satzbau ändern. Ich hatte nämlich zuerst vor, auch die Urschrift herauszubringen und daneben die deutsche Übersetzung. Gerade aus diesem Grunde habe ich wörtlich übersetzt, damit der Leser auch zurück vom Deutschen ins Friesische übertragen konnte. Da mein Verleger Herr Ernst Precht jedoch eine Volksausgabe zum Preise ven RM.3.- herausbringen wollte, musste die Urschrift fortfallen. Jetzt ist es also auch nicht mehr nötig, den undeutschen Satzbau beizubehalten.
Nun bitte ich Sie, Ihnen das Manuskript nach der Umarbeitung noch einmal verlegen zu dürfen. Ich bin auch gerne bereit, Sie in Berlin zu besuchen, um vielleicht mündlich noch einige Differenzen zu besprechen.
Dann machen Sie mir den Vorwürf, ich wäre nicht auf die in Ihrem Gutachten beanstandeten Mängel des Kommentars eingegangen. Sie schreihen jedoch nur: ”Die Ausführüngen im Kommentar sind alles andere als druckreif; sie sind zu einem erheblichen Teil inhaltlich, ja nicht selten wortwörtlich der Einleitung Ottema’s entnommen.”
Darauf erwiderte ich Ihnen bereits in meinem Schreiben van 7-10, dass diese Ihre Behauptung vollkommen den Tatsachen entspricht. Habe jedoch bei diesen Stellen ausdrücklich den Namen Ottema erwähnt. Erstens tat ich dies, um den Namen Ottema nicht der Vergessenheit auszuliefern und diesen Mann für seine ungeheure Arbeit an der ersten, Veröffentlichung der Handschrift zu danken und zweitens, um diese gewaltige Arbeit, z.B. die Durchstudierung sämtlicher alten Griechischen Geschichtsschreiber und anderer einschlägiger Literatur, nicht noch einnal leisten zu müssen. Weitere Mängel des Kommentars haben Sie nicht angeführt und konnte darauf deshalb nicht eingehen.
Sehe jedoch gerne Ihren weiteren Beanstandungen entgegen oder bin bereit, bei einen Besuch in Berlin darüber mündlich zu verhandeln.
Auf keinen Fall kann ich jedoch einsehen, dass meine Arbeit den Gegnern der Handschrift Waffen zur Bekämpfung derselben in die Hand geben würde. Im Gegenteil, ich bin fest davon überzeugt, dass die Gründe, welche ich für die Echtheit erbringe, bis jetzt in dieser Fülle und in dieser Form noch nicht gebracht worden sind.
Wie Sie vielleicht aus den holl. Zeitungen erfahren haben, hat der Besitzer der Handschrift, Herr Corn. over de Linden, der mir die Handschrift auch zur Verfügung stellte, das Dokument mit sämtlichen dazugehörigen Akten der Provinz Friesland d.w.s., dem friesischen Museum geschenkt hat. Vielleicht wäre es jetzt an der Zeit, noch einmal an Ort und Stelle Untersuchungen anzustellen.
Indem ich Ihre sehr geschätzte baldige Antwort entgegen, sehe, verbleibe ich mit deutschem Gruss — [von Duinker unterzeichnet] — Heil Hitler
Auswahl von Dokumenten und Briefen
Beschreibungen von Dokumenten bezüglich Duinker, teilweise basierend auf Simon 2005.
- 4 und 18-12-1935 / Duinker: “Was ist mit dem Ura Linda Buch?” — Der Juden Kenner — JJK 558.
- 31-8-1937 / Telefonat Wirth: Duinker hat Übersetzung der Ura-Linda-Chronik gefertigt. „Unbrauchbar.” Bitte um Einwirkung auf Gerstenhauer, Schrift zurückzuziehen. [563/65-66]
- 3-9-1937 / Wirth (Ahnenerbe „Ehrenpräsident”) an Sievers: Von Ministerialdirektor Geheimer Rat Gerstenhauer am 28.8. erfahren von Neuausgabe-Plan der Ura-Linda-Chronik durch Duinker. Gerstenhauer selbst: Duinker fehlen die fachwissenschaftlichen Voraussetzungen. „… wertloser, übler Dilettantismus” [563/97-98]
- 23-9-1937 / Wüst an Gerstenhauer: Wirth machte Ahnenerbe Mitteilung, dass Gerstenhauer von Duinkers Plan der Neuherausgabe Ura-Linda-Chr. erzählte. Verhindern! [563/96-95]
- 27-9-1937 / Gerstenhauer an Wüst: Stimmt zu: Duinker darf nicht veröffentlicht werden. Bearbeitet Duinker deswegen schon monatelang. Ohne Erfolg. Wenn auch weiterhin kein Erfolg, „müssten Sie allerdings die RSK in Bewegung setzen.” [563/89-91]
- 9-11-1937 / Sievers an Gerstenhauer: Befürwortet Austausch von Materialien zu Ura-Linda- Chronik. „Die Behauptung Duinkers, dass Ottema vielfach falsch übersetzt habe, stimmt.” [563/17-21]
- 12-11-1937 / Gerstenhauer an Reichsgeschäftsführer Nienert [= Sievers]: Bietet Beteiligung an der Neuausgabe der Uralinda-Chronik an. Zu Duinker: „Meine Bemühungen, ihn von der Veröffentlichung seines Ms abzubringen, haben leider keinen Erfolg gehabt.” [563/87-88]
- 16-11-1937 / AV. Plassmann: Mit Huth + Werner Müller einer Meinung: Duinker „Unsinn von seltener Reinheit”. Schlägt Antrag Chef d. Polizei bei RSK vor: Nur Verwirrung und Unruhe.
- 14-1-1938 / Sievers an Johst: Bei Heinrichsfeier in Quedlinburg 1.7.37 Menz + Johst informiert, dass Ahnenerbe Ura-Linda-Chr. wissenschaftlich untersucht (Mausser nicht genannt) – Gerstenhauer weist auf Duinker hin. „Unsinn von seltener Reinht.” Anweisung an Verleger: verhindern, falls Duinker einreicht. [563/73-79]
- 22-1-1938 / Sievers an Gerstenhauer: Der Präsident der RSK würde gerne auf das Ms Duinkers achten. „Da Sie ja allein das Ms kennen, wäre ich Ihnen für eine kurze offizielle Begutachtung, die ich an den Präsidenten der RSK weiterleiten kann, dankbar.” [563/81]
- 19-2-1938 / Lebenslauf Duinker: bis 1935: in Holland für die Propaganda der NSNSP. Stv. Major Kruyt. Vor 33 Anhänger von Ludendorf. 1934 Mitbegründer der Niederländischen NS Partei in Essen. Seit 34 Mitglied von >Welt-Dienst< in Erfurt (Leitung Oberstleutnant Fleischhauer), besuchte als Abgeordneter der NL-Bewegung einige Pan-Arische Kongresse (Nürnberg. + Erfurt). „Hier in Essen kennt mich Kommissar Schweim von der Gestapo.” [BDC PA Duinker]
- 21-2-1938 / Gerstenhauer an Sievers: Betr.: Duinker. D. habe G. Ms überlassen G. möchte nun nicht „dieses Vertrauen missbrauchen; ich möchte also nichts sagen oder tun, was als Grundlage eines Vorgehens gegen Herrn D. benutzt wird.” Erledigt sich, wenn D. keinen Verleger findet. Erst wenn doch ein Verlag das verlegen will, werde es ja brennend. [PA Gerstenhauer Bl 144]
- 13-8-1938 / Sievers an Mausser: „Auf Grund Ihres umfassenden ausgezeichneten Gutachtens ist Vorsorge getroffen worden, dass die Arbeit von Duinker nicht erscheint.” Bitte Einwände gegen Duinkers Antwort vorformulieren. [PA Mausser]
- 24-8-1938 / Sievers an Precht (Nordischer Verlag): [Daraus geht hervor, dass der Verleger Duinkers in finanziellen Schwierigkeiten ist] [603/..]
- tussen 30-8 en 8-10-1938 / Sievers an Nordischen Verlag: Das Ahnenerbe kann Duinker nicht empfehlen. [PA Duinker]
- 2-9-1938 / Mausser Gutachten über Duinker: (3 Seiten). „Eine Veröffentlichung käme auf eine Rufschädigung des Ahnenerbes hinaus.” (!) [357/..]
- 3-9-1938 / Mausser an Ahnenerbe: Zu Duinker: „Eine Publikation der Arbeit ist ganz unmöglich.” [357/..]
- 10-9-1938 / Duinker an RSK: Alle Unterlagen wurden der RSK vom Landeskulturwalter Essen zugeschickt. Wie steht es mit meiner Sache; [und] Immer noch keine Nachricht. Bereit, nach Berlin zu kommen [PA Duinker]
- 21-9-1938 / Sievers an Mausser: Dank für GA. Hatte nie Zweifel: Duinker = „minderwertiges Machwerk” [348/..]
- 23-9-1938 / Precht an Rgf.: RSK hat Genehmigung für Duinker erteilt. Prüfung abgeschlossen? Will Ahnenerbe es herausbringen? Sonst Precht verpflichtet, es zu veröffentlichen. Bitte um Gewissheit, dass RFSS nichts dagegen. [357/..]
- 25-9-1938 / Sievers → Propagandaminister bezüglich Duinker [563/11-12]
- 28-9-1938 / Menz [ Ahnenerbe] an Promi: Verweis auf Besprechung mit Koch (Promi). Beigefügtes GA[00]: Duinker = „minderwertiges Machwerk.” Verhindern, dass es in anderen Verlagen erscheint.
- [28-9-1938 Sievers an den Verleger Ernst Precht, auf den in Briefe 7, 8 und 17-10-1938 Bezug genommen wird.]
- 7-10-1938 / Duinker an Ahnenerbe: Precht überliess Duinker Schreiben vom 28.9.38. Ausführliche Verteidigung. „Ich bitte Sie, als aufrichtiger Kämpfer für die Idee Adolf Hitlers, mir reinen Wein einzuschenken und bin gerne bereit, die von Ihnen nachgewiesenen Fehler abzustellen, wenn Sie mir die Genehmigung zur Herausgabe versprechen.” [357/..]
- 8-10-1938 / Duinker an RSK: Dank für Befreiungsschein, „wobei Sie mir die Genehmigung zur Veröffentlichung meiner Übersetzung der Ura-Linda-Chronik erteilen.” Precht befürchtet Beschlagnahme durch SS und will die Veröffentlichung daher nicht übernehmen. Was von Brief Sievers an Precht 28.9.38 (anbei) zu halten [PA Duinker]
- 10-10-1938 / Koch (Promi) an Präsident RSK (Abschrift Koch): Duinker = „minderwertiges Machwerk.” „Der RFSS, auf dessen Veranlassung die ‚Chronik der Oera Linda’ von namhaften Wissenschaftlern überprüft wird, hat mich um ein Einschreiten gegen die Duinker’sche Arbeit gebeten. In Vertraulichen Mitteilungen die deutsche Verleger anweisen, etwaige Angebote Duinkers abzulehnen. [357/..; PA Duinker]
- 13-10-1938 / Sievers an Mausser: „Auf Grund Ihres eingehenden und umfassenden Gutachtens ist Vorsorge getroffen worden, dass die Arbeit von Duinker nicht erscheint.” Verlag hat eigene Ablehnung mitgeteilt. Anbei Br. Bitte D. kurz auf Einwände eingehen. [357/..; PA Duinker]
- 17-10-1938 / Sievers an Duinker [815/1064-1066] → siehe oben
- 18-10-1938 / Sievers an Mausser: Duinker „sehr deutlichen Bescheid gegeben.” [357/..]
- 20-10-1938 / Precht an Reichsgeschäftsführer: Betr.: Duinker. „Auf Grund Ihres mir seinerzeit zugestellten GA hatte ich das Ms an Herrn Duinker zurückgegeben und habe gleichzeitig meine Verpflichtung Herrn D. gegenüber gekündigt. Selbstverständlich habe ich Herrn D Ihr GA als Begründung meiner Ablehnung zugänglich gemacht.” [357/..]
- 4-11-1938 / Duinker an Sievers [563/61-62] → siehe oben
- 8-11-1938 / Duinker an RSK: Auf meine Anfrage vom 8. 10. bisher keine Antwort. Liegt Sievers richtig? [PA Duinker]
- 9-11-1938 / Sievers an Mausser: Duinker bittet um Kenntnis- und Stellungnahme [605/..]
- 13-11-1938 / Mausser an Sievers: Betr.: Duinker. „Die Übersetzung des Herrn Duinker und sein Kommentar werden einen Jubelschrei der Feinde der Ura-Linda-Chronik auslösen. Es ist eine Sünde an der Chronik, so ein Werk in die Welt zu schicken.” [563/57-59]
- 25-11-1938 / RSK (Abteilung II) an Duinker: Die Ausführungen des Ahnenerbes sind zutreffend. [PA Duinker]
- 2-12-1938 / Ihde (RSK) an Precht und Propagandaministerium: Sowohl Verfasser wie Verlag nahegelegt, auf Veröff. zu verzichten; Ihde legt Precht nahe, von einer Veröffentlichung Abstand zu nehmen [PA Duinker/ 563/..]
- 6-12-1938 / Precht an Präsident RSK: Schon vor ¼ Jahr Ms an Duinker zurück + mitgeteilt: Veröffentlichung kommt nicht infrage [PA Duinker]
- 3-2-1939 / Bekanntmachung [zitiert in: v. Hase an Sievers 8.2.39]: Betr. C Duinker. „Vor der Behandlung etwaiger Verlagsangebote des Schriftstellers C. Duinker, betrifft Die Chronik der Oera-Linda, eine Handschrift aus dem 13. Jahrhundert ist Rückfrage bei der RSK unter II 02542 zu halten. Die Angelegenheit hat mit der Person des Verfassers, worauf ausdrücklich hingewiesen wird, nichts zu tun.” [Hsl Zusatz Sievers 15.2.39] v. Hase mündlich „mitgeteilt, dass wir Veranlasser der Notiz sind, weil es sich um ein unbrauchbares und die von uns durchgeführte Forschung schädigendes Machwerk handelt.” [563/51]
Noten
- ↑ Het echtpaar Duinker woonde sinds 1921 te Marburg, Wilhelmstr. 54; in september 1945 nog het adres van de weduwe met haar dochter en zoon. Te Marburg (Gerichtsweg 9) woonde sinds 1923 ook de familie “Wirth Roeper Bosch”: Margarete (geb. 1890 Berlijn, kennelijk de echtgenote van Herman Wirth), Volkhart W. (geb. 1919 Arnhem), Adela (1923) en Ilge (1929). [Nat. Arch. 2.19.323 inv.nr. 1025 sc. 278]