DE117.20 Ehrenmutter
S. Frethorik
1. Die zweite arge Zeit
Eine neue Ehrenmutter
Wirth 1933
[/93] Zweihundertzweiundachtzig Jahre[1] hatten wir keine Ehrenmutter gehabt, und nun alles verloren schien, ging man eine kiesen. Das Los fiel auf Gosa, zugenannt Makonta. Sie war Burgmaid in Fryasburg auf Texland. Hell von Haupt und klar von Sinn, sehr gut, und dieweil ihre Burg allein erhalten war, sah ein jeder daraus ihren Ruf. Zehn Jahre später kamen die Seeleute von Forana und von Lydasburg. Sie wollten die schwarzen Leute mit Weib und Kind zum Lande hinaustreiben. Darob wollten sie den Rat der Mutter einholen. Aber Gosa fragte: »Kannst du den einen und anderen zurückführen nach seinen Landen, dann solltet du dich beeilen, sonst werden sie ihre Magen nicht wiederfinden.« »Nein«, sagten sie. Da sagte Gosa: »Sie haben dein Salz gekostet und dein Brot gegessen. Ihr Leib und Leben sind unter eure Hut gestellt. Ihr müßt euer eigenes Herz untersuchen. Aber ich will euch einen Rat geben. Behaltet sie so lange, bis ihr imstande seid, sie wieder heimzuführen. Aber haltet sie außerhalb eurer Burgen. Wachet über ihre Sitten und lehret sie, als ob sie Fryas Söhne wären. Ihre Frauen sind hier die stärksten. Wie Rauch wird [94] ihr Blut sich verflüchtigen, bis zuletzt nichts anderes als Fryas Blut in ihren Nachkommen bleiben wird.«
So sind sie hier geblieben. Nun wünsche ich wohl, daß meine Nachkommenschaft darauf achtete, inwiefern Gosa Wahrheit sprach.
Als unsere Lande wieder begangen werden konnten, kamen da Bande armer Sachsmänner und Frauen nach den Orten von Staveren und dem Alderga, um goldene und andere Schmucksachen in dem sumpfigen Boden zu suchen. Doch die Seeleute wollten es nicht zulassen. Da gingen sie und besiedelten die leeren Dörfer von West-Flyland, um ihren Leib zu erhalten.
Fußnoten
- ↑ Seit 587 v. Chr.
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