DE133.17 Wiljo: Difference between revisions
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'''[/98]''' Frethorik, mein Gatte, ist dreiundsechzig Jahre alt geworden. Seit hundertundacht Jahren ist er der erste seines Geschlechtes, der friedlich gestorben ist. Alle anderen sind den Hieben erlegen, dadurch daß sie kämpften wider eigene und Fremde um Recht und Pflicht. | '''[/98]''' Frethorik, mein Gatte, ist dreiundsechzig Jahre alt geworden. Seit hundertundacht Jahren ist er der erste seines Geschlechtes, der friedlich gestorben ist. Alle anderen sind den Hieben erlegen, dadurch daß sie kämpften wider eigene und Fremde um Recht und Pflicht. | ||
Mein Name ist Wiljo, ich bin die Maid, die mit ihm aus den | Mein Name ist Wiljo, ich bin die Maid, die mit ihm aus den '''[99]''' Sachsenmarken heimfuhr. Durch Rede und Umgang kam es heraus, daß wir alle beide von Adelas Geschlecht waren: da entstand Liebe, und nachdem sind wir Mann und Weib geworden. Er hat mir fünf Kinder nachgelassen, zwei Söhne und drei Töchter. Konerêd, so heißt mein Ältester, Hachgana mein Zweiter; meine älteste Tochter heißt Adela, die zweite Frulik und die jüngste Nocht. Als ich nach den Sachsenmarken fuhr, habe ich drei Bücher gerettet: das Buch der Gesänge, das Buch der Erzählungen und das Helenja-Buch. Ich schreibe dies, damit man nicht denken soll, daß sie von Apollanja sind: ich habe darob viel Leid gehabt und will deshalb auch die Ehre haben. Auch habe ich mehr getan: als Gosa-Makonta gestorben ist, deren Güte und Klarsichtigkeit zu einem Sprichwort geworden war, da bin ich allein nach Texland gegangen, um die Schriften abzuschreiben, die sie nachgelassen hat. Und als der letzte Wille Franas gefunden wurde und die nachgelassenen Schriften der Dela oder Hellenia, habe ich es noch einmal getan. | ||
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Revision as of 06:38, 12 August 2024
T. Wiljo
1. Einführung von Wiljo
Wirth 1933
[/98] Frethorik, mein Gatte, ist dreiundsechzig Jahre alt geworden. Seit hundertundacht Jahren ist er der erste seines Geschlechtes, der friedlich gestorben ist. Alle anderen sind den Hieben erlegen, dadurch daß sie kämpften wider eigene und Fremde um Recht und Pflicht.
Mein Name ist Wiljo, ich bin die Maid, die mit ihm aus den [99] Sachsenmarken heimfuhr. Durch Rede und Umgang kam es heraus, daß wir alle beide von Adelas Geschlecht waren: da entstand Liebe, und nachdem sind wir Mann und Weib geworden. Er hat mir fünf Kinder nachgelassen, zwei Söhne und drei Töchter. Konerêd, so heißt mein Ältester, Hachgana mein Zweiter; meine älteste Tochter heißt Adela, die zweite Frulik und die jüngste Nocht. Als ich nach den Sachsenmarken fuhr, habe ich drei Bücher gerettet: das Buch der Gesänge, das Buch der Erzählungen und das Helenja-Buch. Ich schreibe dies, damit man nicht denken soll, daß sie von Apollanja sind: ich habe darob viel Leid gehabt und will deshalb auch die Ehre haben. Auch habe ich mehr getan: als Gosa-Makonta gestorben ist, deren Güte und Klarsichtigkeit zu einem Sprichwort geworden war, da bin ich allein nach Texland gegangen, um die Schriften abzuschreiben, die sie nachgelassen hat. Und als der letzte Wille Franas gefunden wurde und die nachgelassenen Schriften der Dela oder Hellenia, habe ich es noch einmal getan.
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