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DE134.22 Freiheitssinn: Difference between revisions

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'''2. Schriften Hellenias'''
'''2. Schriften Hellenias'''
'''Sklavenvolk und Freiheitssinn'''


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Revision as of 07:22, 12 August 2024

T. Wiljo

2. Schriften Hellenias

Sklavenvolk und Freiheitssinn

134.22

Template:Version Wirth

[/99] Dies sind die Schriften von Hellenia. Ich habe sie zuvorderst gestellt, weil sie die allerältesten sind

Allen echten Fryas Heil!

In früheren Zeiten wußten die slawonischen[1] Völker nichts von Freiheit. Gleich Ochsen wurden sie unter das Joch gebracht. Sie wurden in der Erde Eingeweide gejagt, um Metall zu schürfen, und aus den harten Bergen mußten sie Häuser bauen zum Heim der Fürsten und Priester. Bei allem, was sie taten, war nichts für sie zum Sättigen, sondern alles mußte dienen, um die Fürsten und Priester noch reicher und gewaltiger zu machen. Unter dieser Arbeit wurden sie grau und stramm, ehe sie bejahrt geworden waren, und starben ohne Genuß, obgleich die Erde dessen in Überfluß zum Nutzen aller ihrer Kinder gibt. Aber unsere Briten und unsere Verbannten überzogen Twiskland bis in ihre Marken und unsere Steuerer (Seeleute) kamen in ihre [100] Häfen. Von diesen hörten sie reden über die gleiche Freiheit und Recht und Gesetze, ohne die niemand sein kann. Alles dies wurde von diesen betrübten Menschen aufgesogen wie der Tau von den dürren Feldern. Als sie dessen voll waren, begannen die Dreistesten mit ihren Ketten zu klippern, also daß es den Fürsten weh tat. Die Fürsten sind stolz und kriegerisch, darum ist auch keine Tugend in ihren Herzen: sie berieten sich zusammen und gaben von ihrem Überfluß etwas ab. Aber die feigen, scheinfrommen Priester mochten das nicht leiden; unter ihren ersonnenen Göttern hatten sie auch bösartiggrausame Herren[2] geschaffen. Die Pest kam über das Land. Nun sagten sie, daß die Herren über die Unbotmäßigkeit der Bösen zornig seien. Da wurden die dreistesten Menschen mit ihren Ketten erwürgt. Die Erde hat ihr Blut getrunken; mit diesem Blut nährte sie ihre Früchte und Gewächs, und alle, die davon aßen, wurden weise.

Fußnoten

  1. Slawenen, Slowenen ist ein alter Eigenname der slawischen Völker (von slowo »Wort«, also »die Redenden«, ,,sich gegenseitig Verständlichen«), wie Sclaveni, die Sklabēnoi des Prokop, und mit abgeworfener Endungssilbe Slavi bei Jornandes, schon früh belegt sind.
  2. Wrang wrada drochtna heißt es schön in der Handschrift, was sich noch rein niederländisch als »wrang wreede« übertragen läßt. Altfriesisch drochten »Herr«, »Fürst«, wird, wie auch altsächsisch drohtin, druhtin, angelsächsisch dryhten usw., als Benennung für die Gottheit oder Gott verwendet.

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