DE100.01 Lehre2: Difference between revisions
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Daß jedes Geschöpf ein Teil von Wraldas unendlichem Wesen ist, das haben sie von uns ergafft. | Daß jedes Geschöpf ein Teil von Wraldas unendlichem Wesen ist, das haben sie von uns ergafft. | ||
Aber ihre falschen Reden und ihre zügellose Hochfährtigkeit haben sie auf einen Irrweg gebracht. Wäre ihr Geist Wraldas Geist, so würde Wralda ganz dumm sein, statt licht und weise. Denn ihr Geist müht sich immer ab, um schöne Bilder zu machen, welche sie später anbeten. Aber Findas Volk ist ein arges Volk, denn obschon die Wahnweisen sich selbst weismachen, daß sie Götter seien, so haben sie für die Uneingeweihten falsche Götter geschaffen, um alleweg zu verkünden, daß diese Götter die Welt geschaffen haben, mit allem, was darin ist, gierige Götter, voll Neid und Zorn, welche geehrt und gedienet sein wollen von den Menschen, die Blut und Opfer wollen und Schatzung heischen. Aber diese wahnweisen falschen Männer, die sich selber Gottesschalke<ref>Gottesknechte.</ref> | Aber ihre falschen Reden und ihre zügellose Hochfährtigkeit haben sie auf einen Irrweg gebracht. Wäre ihr Geist Wraldas Geist, so würde Wralda ganz dumm sein, statt licht und weise. Denn ihr Geist müht sich immer ab, um schöne Bilder zu machen, welche sie später anbeten. Aber Findas Volk ist ein arges Volk, denn obschon die Wahnweisen sich selbst weismachen, daß sie Götter seien, so haben sie für die Uneingeweihten falsche Götter geschaffen, um alleweg zu verkünden, daß diese Götter die Welt geschaffen haben, mit allem, was darin ist, gierige Götter, voll Neid und Zorn, welche geehrt und gedienet sein wollen von den Menschen, die Blut und Opfer wollen und Schatzung heischen. '''[41]''' Aber diese wahnweisen falschen Männer, die sich selber Gottesschalke<ref>Gottesknechte.</ref> oder Priester nennen lassen, erheben, sammeln und raffen alles für die Götter, die nicht da sind, um es selber zu behalten. Alles das betreiben sie mit weitem Gewissen: weil sie sich selber Götter wähnen, die niemandem Verantwortung schuldig sind. | ||
Sind da welche, die ihre Ränke ahnen und offenkundig machen, so werben sie von ihren Rackern gefaßt und um ihrer Lästerung verbrannt, alles mit vielen feierlichen Gepflogenheiten, ihren falschen Göttern zu Ehren. | Sind da welche, die ihre Ränke ahnen und offenkundig machen, so werben sie von ihren Rackern gefaßt und um ihrer Lästerung verbrannt, alles mit vielen feierlichen Gepflogenheiten, ihren falschen Göttern zu Ehren. | ||
Revision as of 06:51, 12 August 2024
R. Apollania
4. Auf dem Burgturm
Wahnweisheitswarnung
Wirth 1933
[/40] Der zweite Teil der ältesten Lehre
Unter Findas Volk gibt es Wahnweise, die durch Überfindigkeit so arg geworden sind, daß sie sich selber weismachen und die Eingeweihten überzeugen, daß sie der beste Teil des Geistes Wraldas sind und daß Wralda allein vermag zu denken durch Hilfe ihres Gehirnes.
Daß jedes Geschöpf ein Teil von Wraldas unendlichem Wesen ist, das haben sie von uns ergafft.
Aber ihre falschen Reden und ihre zügellose Hochfährtigkeit haben sie auf einen Irrweg gebracht. Wäre ihr Geist Wraldas Geist, so würde Wralda ganz dumm sein, statt licht und weise. Denn ihr Geist müht sich immer ab, um schöne Bilder zu machen, welche sie später anbeten. Aber Findas Volk ist ein arges Volk, denn obschon die Wahnweisen sich selbst weismachen, daß sie Götter seien, so haben sie für die Uneingeweihten falsche Götter geschaffen, um alleweg zu verkünden, daß diese Götter die Welt geschaffen haben, mit allem, was darin ist, gierige Götter, voll Neid und Zorn, welche geehrt und gedienet sein wollen von den Menschen, die Blut und Opfer wollen und Schatzung heischen. [41] Aber diese wahnweisen falschen Männer, die sich selber Gottesschalke[1] oder Priester nennen lassen, erheben, sammeln und raffen alles für die Götter, die nicht da sind, um es selber zu behalten. Alles das betreiben sie mit weitem Gewissen: weil sie sich selber Götter wähnen, die niemandem Verantwortung schuldig sind.
Sind da welche, die ihre Ränke ahnen und offenkundig machen, so werben sie von ihren Rackern gefaßt und um ihrer Lästerung verbrannt, alles mit vielen feierlichen Gepflogenheiten, ihren falschen Göttern zu Ehren.
Aber in Wahrheit, damit sie ihnen nicht schaden sollen[2].
- * * *
Damit unsere Kinder gewappnet sein mögen gegen ihre abgöttische Lehre, sollen die Maiden sie auswendig lernen lassen, was hier folgen wird:
Wralda war eher als alle Dinge, und nach allen Dingen wird Er sein. Wralda ist also ewig, und Er ist unendlich, darum ist nichts außer Ihm. Durch und aus Wraldas Leben wurde Zeit und alle Dinge geboren, und Sein Leben nimmt die Zeit und alle Dinge weg.
Diese Sachen müssen klar und offenkundig gemacht werden auf alle Weise, so daß sie es auch anderen bedeuten und beweisen können. Ist es nun soweit gewonnen, dann sage man fürder:
Was also unseren Umfang betrifft, sind wir ein Teil von Wraldas unendlichem Wesen, wie der Umfang alles Geschaffenen; doch was unsere Gestalt angeht, unsere Eigenschaften, unseren Geist und alle unsere Bedenkungen, diese gehören nicht zu dem Wesen. Dies alles sind flüchtige Dinge, die durch Wraldas Leben erscheinen, doch durch Seine Weisheit dergestalt und nicht anders erscheinen. Aber weil Sein Leben stetig weitergeht, kann nichts an seiner Stätte bleiben. Darum verwechseln alle geschaffenen Dinge ihre Stätte, Gestalt und auch ihre Denkweise. Darum darf Irtha (Erde) selbst noch irgendein Geschöpf sagen: »ich bin«, aber wohl: »ich war«. Auch soll kein Mensch sagen: »ich denke«, sondern bloß: »ich dacht«.
[42] Der Knabe ist größer und anders, als da er ein Kind war. Er hat anderes Begehren, andere Sucht und Denkweise. Der Mann und Vater ist und denkt anders, als da er ein Knabe war. Desgleichen die Altbetagten. Das weiß ein jeder.
So wenn ein jeder nun weiß und gestehen muß, daß er allein wechselt, so muß er auch dazu gestehen, daß er jeden Augenblick wechselt, auch dieweil er sagt: »ich bin«, und daß seine Gedankenbilder wechseln, dieweil er sagt: »ich denke«.
Anstatt daß wir den argen Findas dermaßen unwürdig nachschwatzen und reden »ich bin« oder gar »ich bin der beste Teil Wraldas, ja durch uns allein vermag Er zu denken«, so wollen wir künden überall und allewege, wo es nötig sei:
Wir, Fryas Kinder, sind Erscheinungen durch Wraldas Leben, beim Anfang gering und bloß, doch immer werdend und näherend der Vollkommenheit, sonder je so gut zu werden als Wralda selber. Unser Geist ist nicht Wraldas Geist; er ist hiervon allein ein Abschein.
Da Wralda uns schuf, hat Er uns in Seiner Weisheit Hirn, Sinne, Gedächtnis und viele gute Eigenschaften verliehen. Hiermit können wir Seine Geschöpfe und Seine Gesetze betrachten. Davon können wir lernen und darüber können wir reden, alles und allein zu unserem eigenen Heil. Hätte Wralda uns keine Sinne gegeben, so würden wir von nichts wissen, und wir würden noch hilfloser sein als eine Seequalle, die fortgetrieben wird durch Ebbe und durch Flut.
Fußnoten
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