1617 Lex Frisionum - discussie
Discussie over Lex Frisionum sive Antiquae Frisiorum leges (1617) geschreven door Sibrandus Siccama.[1]
Kammeier 1940
Wilhelm Kammeier (1889-1959): Die Fälschung der deutschen Geschichte — Band I (2. Auflage, 1940),[2] Heft 4, Kapitel 4, Seite 238 (Nederlandse vertaling):
III. Het Friese gewoonterecht vormt een aanzienlijk raadsel voor onderzoekers. Wat betreft de vermeende oorsprong van deze wetscode, vernemen we dat een delegatie van juridisch onderlegde Friezen verklaringen aflegde aan het hof van Karel de Grote over het recht van Midden-, Oost- en West-Friezen. Het is belangrijk te bedenken dat deze verklaringen niet slechts een historische curiositeit waren die in de archieven sluimerde, maar dat ze bedoeld waren om het geldende recht van de Friezen weer te geven. “De verklaringen werden in het Fries afgelegd, maar werden uiteraard opgetekend. Deze vastlegging is de Lex Frisionum die aan ons is overgeleverd..., waarmee de volledige afwezigheid van Friese juridische termen en het gebruik van Frankische juridische terminologie wordt verklaard. De bonte inhoud van de Lex, de vele tegenstrijdigheden (!) erin, kunnen worden verklaard door de meeste rechtsgeleerden, wier uitspraken varieerden afhankelijk van hun afkomst en de aard van hun kennis... Toegegeven, zelfs met deze aanname blijven sommige dingen moeilijk te verklaren (!), zoals de bepaling, volledig gebaseerd op het heidendom, dat de tempelontheiliger (!!) geofferd moet worden aan de goden (!!) wier heiligdommen hij had ontwijd. Het is moeilijk voor te stellen dat deze uitspraak zonder bezwaar kon worden opgetekend door een christelijke schrijver aan het hof van Karel de Grote.” (13) Men kan zich zo'n gruweldaad niet alleen voorstellen, men kan zich het gewoonweg niet voorstellen! Zoiets zou in de naam van Karel de Grote tot geldig Fries recht verklaard zijn!! Hier voelt iedereen de laatmiddeleeuwse juridische onzin – alleen een rechtshistoricus, als nederige slaaf van de geschreven traditie, staat nog steeds in geloof voor zo'n “echte” rechtsbron. Andere onderzoekers verklaren de ingewikkelde kwestie natuurlijk anders; zij zien het Friese recht als wederom een “privéwerk”. (13) NA. [Neues Archiv der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde] 37 [1912], S. 344[3]. [zie onder: Das Volksrecht der Friesen]
Originele Duitse tekst:
Das Volksrecht der Friesen gibt der Forschung schwere Rätsel auf. Über das angebliche Zustandekommen dieses Rechtsbuchs erfahren wir, eine Deputation rechtskundiger Friesen habe am Hofe Karls des Großen über das Recht der Mittel-, Ost- und Westfriesen Aussagen gemacht. Man muß sich dabei vergegenwärtigen, daß diese Aussagen nicht etwa als historische Kuriosität im Archiv schlummern, sondern daß sie geltendes Recht der Friesen darstellen sollten. »Die Aussagen wurden in friesischer Sprache abgegeben, aber natürlich protokolliert. Dieses Protokoll ist die uns überlieferte Lex Frisionum ..., so erklärt sich die völlige Abwesenheit friesischer Rechtsausdrücke und die Anwendung fränkischer Rechtswörter. Der buntscheckige Inhalt der Lex, die mannigfachen Widersprüche (!) darin erklären sich aus der Mehrheit der Rechtskundigen, deren Aussagen nach der Herkunft und der Art ihrer Kenntnis verschieden waren... Zwar bleibt auch bei dieser Annahme einzelnes schwer zu erklären (!), wie namentlich die ganz auf dem Heidentum beruhende Bestimmung, daß der Tempelschänder (!!) den Göttern (!!) geopfert werden solle, deren Heiligtümer er geschändet hatte. Man kann sich schwer vorstellen, daß diese Aussage von einem christlichen Schreiber am Hofe Karls des Großen anstandslos protokolliert werden konnte.« (13) Man kann sich solche Ungeheuerlichkeit nicht nur schwer, man kann sie sich überhaupt nicht vorstellen! So etwas soll in Karls Namen für geltendes Friesenrecht erklärt worden sein!! Hier fühlt doch jedermann die spätmittelalterliche Rechtsfabelei — nur ein Rechtshistoriker, als demütiger Sklave der geschriebenen Überlieferung, steht nach wie vor gläubig vor solcher »echten« Rechtsquelle. Andere Forscher erklären die verzwickte Sache natürlich anders; sie erblicken in der friesischen Lex nämlich wieder eine »Privatarbeit«.
Das Volksrecht der Friesen
S. Rietschel, Das Volksrecht der Friesen, in der Festschrift Otto Gierke zum 70. Geburtstage dargebracht, Weimar, Böhlaus Nachf., 1911, S. 223—244, nimmt die früher von Ph. Heck aufgestellte Ansicht, dass die Lex Frisionum ein über ein Weistum aufgenommenes Protokoll sei, wieder auf und vertritt sie mit neuen Gründen. Eine Deputation rechtskundiger Friesen habe am Hofe Karls des Grossen, wahrscheinlich für die 802 und 803 geplante Kodifikation der Volksrechte Aussagen über das Recht der Mittelfriesen und der West- und Ostfriesen gemacht, welche von einem Franken protokolliert wurden. Die Aussagen wurden in friesischer Sprache abgegeben, aber natürlich lateinisch protokolliert. Dieses Protokoll ist die uns überlieferte Lex Frisionum. R. weist nach, dass der Stil der Lex einheitlich ist. Dies erklärt sich aus der lateinischen Formulierung durch den Protokollanten, ebenso die völlige Abwesenheit friesischer Rechtsausdrücke und die Anwendung fränkischer Rechtswörter. Der buntscheckige Inhalt der Lex, die mannichfachen Widersprüche darin erklären sich aus der Mehrheit der Rechtskundigen, deren Aussagen nach der Herkunft und der Art ihrer Kenntnis verschieden waren. Auch ich möchte mich dieser Ansicht anschliessen, die mir wahrscheinlicher vorkommt als die herrschende, welche die Lex als eine Kompilation aus verschiedenen Rechtsaufzeichnungen ansieht; zumal da R. einen aus der Beschaffenheit des unserer Kenntnis des Textes allein zu Grunde liegenden Druckes geltend gemachten Gegengrund entkräftet hat. Zwar bleibt auch bei dieser Annahme einzelnes schwer zu erklären, wie namentlich die ganz auf dem Heidentum beruhende Bestimmung, dass der Tempelschänder den Göttern geopfert werden solle, deren Heiligtum er geschändet hatte (Additamentum 11). Man kann sich nur schwer vorstellen, dass diese Aussage, die nur von einem heidnischen Friesen herrühren könnte, von einem christlichen Schreiber am Hofe Karls des Grossen anstandslos protokolliert werden konnte. Aber Erklärungen, welche die Möglichkeit jeden Zweifels ausschliessen, gibt es gegenüber so schwierigen Problemen wohl überhaupt nicht, und die Erklärung von Heck und Rietschel empfiehlt sich durch ihre Einfachheit und durch die Geringfügigkeit der unaufgeklärten Reste gegenüber der bisher herrschenden Annahme, die zu sehr viel schwereren Bedenken Anlass bietet, Bedenken, welche selbst durch so phantasievolle und grundlose Erkläruugsversuche, wie sie neuerdings uns dargeboten sind, nicht behoben werden können. K.Z.
[meer volgt]
Noten
- ↑ Links: Origineel 1617; Heruitgave 1866 met toelichting door Karl von Richthofen/ Friesch Genootschap.
- ↑ Link: Uitgave 1940.
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