10b - Odysseus' Schreiber berichtet über Athen

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    Transliteration

    10b

    German Translation


    Von den anderen Krekaländern habt ihr sicher viel Übles über Sekrops gehört, denn er stand in keinem guten Ruf.

    Aber ich wage zu sagen: Er war ein erleuchteter Mann, hoch gerühmt, ebenso sehr bei den Einheimischen wie auch bei uns. Denn er unterdrückte das Volk nicht wie die anderen Priester,

    sondern er war tugendhaft und wußte die Weisheit ferner Völker zu schätzen.

    Darum hatte er uns erlaubt, nach unserem eigenen Gesetzbuch zu leben.

    Es gab das Gerücht, daß er uns wohlgesonnen war, weil er der Sohn eines Fryas-Mädchens und eines ägyptischen Priesters sein sollte,

    da er blaue Augen hatte und viele unserer Mädchen entführt und nach den Ägypterlanden verkauft worden waren.

    Doch selbst hat er das niemals bestätigt. Wie dem auch sei, sicher ist, daß er uns mehr Freundschaft bewies als alle anderen Priester zusammen.

    Aber als er gestorben war, begannen seine Nachfolger, sich in unsere Gesetze einzumischen,

    und faßten nach und nach so viele untaugliche Beschlüsse, daß von Gleichheit und Freiheit schließlich nichts mehr übrig blieb als der Schein und die Worte.

    Sie wollten auch nicht zulassen, daß Satzungen schriftlich festgehalten wurden, so daß das Wissen darüber vor uns verborgen blieb.

    Früher wurden alle Angelegenheiten in Athenia in unserer Sprache besprochen, danach aber in beiden Sprachen, und zuletzt nur in der Muttersprache.

    In den ersten Jahren nahmen sich die athenischen Männer nur Frauen unseres eigenen Geschlechts, aber als die jungen Männer mit den einheimischen Mädchen aufwuchsen, nahmen sie auch von ihnen.

    Die entarteten Kinder, die daraus hervorgingen, waren die hübschesten und klügsten der Welt, aber auch die schlimmsten,

    die zwischen beiden Seiten schwankten und sich nicht um Moral oder Traditionen scherten, es sei denn, sie konnten davon profitieren.

    [Fortsetzung folgt]